Snooker WM 2008 - Viertelfinale | Liang Wenbo scheitert an Ronnie O'Sullivan | Ali Carter gelingt sein erstes Maximum

Rüdiger Voßberg - Freier Journalist aus Berlin
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Snooker WM 2008 | 2. Runde - Chinakracher
Perry: Größter Erfolg seiner Karriere

30.04.2008
Little Joe ganz groß
Maguire verliert seine letzte Schlacht im Kampf um die Krone

Für die BBC war das Viertelfinale zwischen Stephen Maguire und Joe Perry schlicht ein Heldenepos - eine Snookersaga. In der Schlacht von Sheffield siegte der Engländer Perry knapp mit 13-12 über den Schotten Maguire. Diese Partie hätten keinen Sieger verdient.

Die Führung wog hin und her. Legte der eine ein 50plus-Break vor, räumte der andere danach den Tisch ab. Dem 8-7 und 9-8 für Maguire folgte dann das 10-10. Perry eröffnete Frame 21 nun mit einem 53er Break, aber Maguire gelang doch noch eine 63er Clearance. Vorteil für ihn.

Frame 22 ging wieder an Perry: 11-11. Im nächsten Frame verpasste Maguire einen roten Ball bei 50 Punkten, Perry schlich sich auf 43 Punkte heran, vergab aber Gelb. Maguire konterte bis Pink: 12-11 für ihn. Das Halbfinale in Sicht. Nur noch einen Frame gewinnen!

Aber Perry schnappte sich Frame 24. Im Entscheidungsframe verpasste Maguire seinen ersten roten Ball, Perry eilte daraufhin mit 54 Punkten davon. Das reichte. "Im letzten Jahr habe ich ihn noch niedergemacht ", sagte der Schotte. "Ich dachte, das wird wieder so passieren!"

"Bleib' ganz ruhig, sagte ich mir", erklärte Perry. Nun fühlt er sich ganz groß! Nach Perrys Sieg steht nun auch fest, dass die nächste Nummer Eins der Snooker-Weltrangliste Ronnie O'Sullivan heißt. Mag sein, dass die beiden im Finale aufeinander treffen. Aber Ali Carter hat noch mindestens ein Wörtchen mitzureden.

Stephen Maguire 12-13 Joe Perry
20-88, 0-82 (68), 0-121 (121), 1-112 (82), 66-35, 91-26 (91), 66-8, 67-8, 21-67 (51), 70-21, 85-44 (85), 68-59 (Perry 59), 27-71, 22-85 (52), 32-66, 80-50, 70-63 (70, 59), 0-66 (63), 12-65 (55), 88-40 (60), 72-53 (63, 53), 45-74 (50), 70-51 (Maguire 50), 27-60, 1-87 (54)


Snooker WM 2008 | 2. Runde - Schluss mit lustig
Liang: Blick nach Osten

Schluss mit lustig
Liang Wenbo scheitert an Ronnie O'Sullivan

"The Rocket" ließ den Chinesen Liang Wenbo lange zappeln und gönnte dem 21-jährigen Qualifikanten noch zwei Frames in der letzten Session. Dann machte der zweimalige Weltmeister (2001 und 2004) endgültig den Sack zu. Mit Krawall lochte der Engländer die letzte Schwarze und bugsierte den weißen Spielball über die Bande. Schlußpunkt O'Sullivan! Semis, here I come. Und es kommt zu dem heiß ersehnten Halbfinale Hendry vs. O'Sullivan.

Die beiden werden sich zum vierten Mal in einem WM-Halbfinale begegnen. Noch steht es dabei Zwei zu Eins für Hendry, gewann der Schotte doch zweimal mit 17-13 in den Jahren 1999 und 2002. O'Sullivan rächte sich in seinem Weltmeisterjahr 2004 mit einem niederschmetternden 17-4.

Heute konnte Liang Wenbo weitere Rachegelüste des Engländers spüren. Bis zum 4-4 konnte Liang das Spiel zwar offen gestalten, doch O'Sullivan gewann sieben von acht Frames in der zweiten Session und brach so den Widerstand des jungen Chinesen. Der 32-Jährige spielte zwei Century Breaks (109 und 138).

"Selbst wenn man schon 11-5 führt, können noch die verrücktesten Dinge geschehen", sagte O'Sullivan nach dem Spiel, schließlich habe er ja einige leichte Bälle vergeben. Aber eigentlich stand der Sieg ausser Frage, und mit einem 79er Break setzte O'Sullivan nochmals ein Ausrufezeichen hinter seine Favoritenrolle.

Übrigens: Den Bentley hat O'Sullivan erstmal "auf Eis gelegt". Vielleicht taut er nach dem Finale ja wieder auf. Hendry hat die Wagenschlüssel dazu.

Ronnie O'Sullivan 13-7 Liang Wenbo
0-80 (80), 0-101, 113-0 (109), 78-27 (58), 75-0 (71), 24-104 (104), 20-112 (89), 70-25 (64), 76-14, 80-29, 77-53, 109-0 (52, 57), 138-0 (138) 92-8 (86), 9-75, 76-0, 8-78 (66), 54-62 (O'Sullivan 54), 79-48 (79)

Snooker WM 2008 | 3. Runde - Mr. Record
Hendry: Nach 2004 wieder im Halbfinale

Mr. Record
Stephen Hendry weilt im Halbfinale

Diesen Rekord hat Steve Davis jetzt verloren: Elfmal stand der Altmeister im Semifinale einer Snooker-Weltmeisterschaft. Aber Stephen Hendry hat demnächst seinen zwölften. Denn nach seinem relativ unspektakulären 13-7 Sieg gegen Ryan Day wartet der siebenmalige Weltmeister auf den nächsten Gegner im Halbfinale von Sheffield.

Und so wie es derzeit aussieht, wird dieser Ronnie O'Sullivan heissen. Eine Traumpartie für jeden Snookerfan; sie würde nicht nur der BBC eine Rekordeinschaltquote bescheren!

Doll mag die Quote des Viertelfinales aber nicht gewesen sein. Schnell führte der 39-jährige Schotte 7-1 und später 11-5. Mit dem Charme eines alternden John-Boy Walton nickte der siebenmalige Weltmeister die Bälle in die Taschen.

Der Waliser Day stand zum ersten Mal im WM-Viertelfinale und hatte wohl noch seine Feier nach dem Sieg gegen Weltmeister John Higgins im Kopf. "Ich war heute wohl etwas zu unkonzentriert für das wichtige Spiel", analysierte Day seine Niederlage. Wer weiterkommen will, muss sich mehr wehren.

Stephen Hendry 13-7 Ryan Day
9-80 (66), 71-44, 76-9, 112-0 (112), 86-6 (68), 78-43, 77-25, 102-0, 70-55, 0-83 (68), 12-96 (60), 64-68 (Hendry 54), 59-23, 61-75, 56-43, 113-7 (68), 84-38

Snooker WM 2008 | 2. Runde - Break-Laune
Carter: Willkommen im Club der 147er

Break-Laune
Ali Carter gelingt sein erstes Maximum

Ronnie O'Sullivan wird sauer sein. Wollte er sich doch von der Prämie über 157.000 £ (zirka 200.000 €) für sein Maximum Break am Montag ein Bentley-Coupè kaufen. "Ich brenne darauf, so einen Wagen zu haben!", sagte er. Jetzt wird es wohl nur noch für einen BMW reichen, denn die Prämie muss sich O'Sullivan nun mit Ali Carter teilen. Oder sie kaufen den Bentley gemeinsam.

147. Die magische Zahl für jeden Snookerspieler. Das Maximum Break. Es war das Erste für Carter. Die Feier danach dauerte bis 2.00 Uhr morgens. "Ich habe nicht viel Schlaf gehabt", sagte der Engländer nach seiner erfolgreichen Vorstellung gegen Landsmann Peter Ebdon. Beim Stande von 7-7 spielte Carter in Sheffield 15mal rot und Schwarz in Folge und abschließend die Farben in die Taschen. Mehr geht nicht. 147!

Der erste Spieler, dem dieses Kunststück bei einer WM in Sheffield gelang, war der Kanadier Cliff Thorburn 1983. Neun Jahre später legte "Whirlwind" JImmy White diese total clearance auf den Tisch. Der Schotte Stephen Hendry folgte 1995. Mark Willams schaffte 2005 bis vorgestern das letzte Maximum im Crucible. Unangefochten in dieser Disziplin ist und bleibt aber Ronnie O'Sullivan, der 1997, 2003 und 2008 jeweils ein Maximum Break zauberte. Aber zwei Maximums bei einer WM gab es noch nie. Noch'n Rekord!

Vor einem Jahr verlor der 28-jährige Carter noch sein hartumkämpftes Viertelfinale gegen Mark Selby mit 12-13. In diesem Jahr trifft er nun im Halbfinale auf den Sieger der Begegnung zwischen Stephen Maguire und Joe Perry. "Ali ist ein äußerst solider Spieler", lobte der unterlegene Ebdon. Titelchancen für ihn? "Klar. Er hat doch gerade den zweiten Ex-Weltmeister aus dem Turnier geworfen!" Go - Ali - Go!

Peter Ebdon 9-13 Ali Carter
36-69 (50), 24-70 (57), 111-9 (50, 61) 71-6 (71), 99-36 (72), 29-99 (93), 67-57 (38), 39-92, 9-70 (55), 147-9 (143), 0-79 (79), 118-1 (84), 35-96 (81), 113-0 (113), 0-147, 34-71, 72-0 (59), 28-72, 39-61, 47-69, 74-39, 9-105


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