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Snooker WM 2008 - Achtelfinale | Ronnie O'Sullivan: Maximum Break zum Sieg garniert | Titelverteidiger John Higgins aus dem WM-Turnier

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Snooker WM 2008 | 2. Runde - Chinakracher
Liang: Vom Festland ins Viertelfinale

Chinakracher
Sching-Schang-Schong

Fast gewonnen, fast verloren und doch gewonnen. Über 25 Frames musst du gehen. Der 21-jährige Qualifikant Liang Wenbo aus Hei Longjiang entwickelt sich zum Favoritenschreck: Ken Doherty in der ersten Runde besiegt und nun als zweiten Streich Joe Swail von der der Bühne geschickt. Im Entscheidungs-Frame knapp mit 13-12. Knapper geht's nicht.

Der frühere U-21-Champ zeigte erst bei seiner 12-10 Führung so etwas wie Unerfahrenheit und Nervosität. Denn Swail, im Crucible bekannt für seine Kämpferqualitäten, hatte die Frames 21 und 22 jeweils mit einem Century Break gewonnen. Im 23. Frame ballte Liang bereits die Faust, als er die Blaue lochte und wohl schon glaubte, im Viertelfinale zu stehen. Der junge Chinese lag zu der Zeit noch mit 15 Punkten in Führung.

Aber Swail bekam seine Foulpunkte im Snooker auf Pink und konnte schließlich doch noch auf 11-12 verkürzen. Nun war es der 38-Jährige Nordire, der seine Anspannung mit der "Becker-Faust" abreagierte. Mit einem glanzvollen 66er Break schaffte Swail den Ausgleich zum 12-12. Im nächsten Endspiel um die Farben, ging es hin und her. Swail vergab braun. Liang lochte ein. Den Rest auch. Luftsprung Liang!

"Schon übel, so auszuscheiden", klagte Swail. Nun kann er nur noch auf den Rächer Ronnie hoffen.

Joe Swail 12-13 Liang Wenbo
0-104 (84), 0-110 (90), 61-70, 64-43, 12-60, 15-73, 0-78 (78), 69-1, 94-9 (71) 52-60, 56-6, 85-0 (66), 61-63 (61, 56), 113-0 (71), 16-80 (58), 99-9 (92), 84-19 (51), 1-69 (65), 0-131 (123), 19-74 (60), 133-0 (133), 105-31 (105), 63-59, 74-34 (66), 53-79

Joe Cool
Das Qualifikantenduell

Im Match der Qualifikanten besiegte der Engländer Joe Perry seinen Landsmann Stuart Bingham mit 13-9. Perry steht nun zum dritten Mal in dieser Saison in einem Viertelfinale. Die Stufe der finalen Acht im Crucible Theaters hatte er zuletzt im Jahre 2004 erreicht. "Es hat eine Weile gedauert", sagte Perry. Er sei natürlich froh, wieder zurückgekehrt zu sein. Diese Freude darüber kann nur der Schotte Stephen Maguire in der nächsten Partie trüben.

Über die erste Session wollte der 33-Jährige nachher nicht mehr sprechen. "Da lief einiges schief, ich stand neben mir." Denn sein Trainingspartner Bingham hängte ihn schon mit 5-2 ab. Von den letzten neun Frames gewann Perry aber sieben und fuhr so einen komfortablen Sieg ein. Gewisse Aufholqualitäten hat er also bewiesen. Maguire kann kommen. Next please.

Joe Perry 13-9 Stuart Bingham
52-68, 89-42, 15-88, 73-0, 0-98 (98), 57-65 (53), 52-62, 66-1 (65), 66-11, 80-17 (55), 68-45, 0-95, 24-107 (73), 71-27, 80-4 (78), 108-21 (82), 51-69 (51, 65), 96-0 (67), 0-137 (137), 69-0, 70-11 (69), 67-63

Zwei Schotten im Viertelfinale
Maguire überlebt Aufholjagd

Stephen Maguire führte bereits mit 9-0 bzw. 11-2 gegen den Australier Neil Robertson. Ein Durchmarsch des Schotten hätte niemanden überrascht. Doch plötzlich geriet der Lauf des 27-jährigen Glasgowers ins Stocken. Robertson gewann Frame um Frame und verkürzte auf 7--11. Vier Frames in Folge (Nr. 15-18) gelangen Maguire gerade einmal fünf Punkte.

Aber danach legte Maguire ungerührt ein Century Break auf Tisch: 100 glatt. Mit einem 56er Break besiegelte er dann das Ende der tapferen Aufholjagd des Australiers. Nun steht Maguire nach Stephen Hendry als zweiter Schotte im Viertelfinale, aber erst im Finale könnten sich die beiden begegnen. Im Rennen um den Weltranglistenplatz Nummer Eins liegt Maguire mit Ronnie O'Sullivan Kopf an Kopf. Zwei Ziele also für den Schotten. "Mir ist der WM-Titel aber lieber, als die Nummer Eins der Welt zu sein", stellte Maguire klar.

In seinen beiden Matches führte der Schotte in Sheffield jeweils mit 8-0. Sein nächster Gegner (Joe Perry oder Stuart Bingham) wird auf der Hut sein, oder die Aufholjagd perfekter beherrschen müssen als seine Vorgänger.

Neil Robertson 7-13 Stephen Maguire
21-69, 45-67, 29-77 (50), 0-131 (131), 0-86 (63), 18-111 (110), 1-79 (79), 33-94 (67), 40-53, 93-0 (93), 95-18, 25-61, 0-75, 88-33, 130-0 (98), 79-5, 86-0, 61-0, 0-100 (100), 47-63 (56)

Snooker WM 2008 | 2. Runde - Ronnie rockt
O'Sullivan: 147 locker vom Hocker

Ronnie rockt
Maximum Break zum Sieg garniert

Ronnie O'Sullivan serviert Mark Williams und dem frenetisch jubelnden Publikum als Schlusshöhepunkt seines Achtelfinales ein Maximum Break. Shakehands zwischen den Kontrahenten und ab in die Umkleide. So schnell hat sich Williams seinen Abgang in Sheffield wohl nicht vorgestellt.

O'Sullivan streckte die Siegerfaust in die brennende Luft des Crucible Theaters und feierte bereits sein drittes Maximum von Sheffield. Neil Robertson und Stephen Maguire, die ihr Achtelfinale am Nebentisch austrugen, unterbrachen ihre Partie und gratulierten dem neuen Helden. Der Engländer ist schon vor dem Finale auf einen Schlag um 147.000 britische Pfund reicher geworden: Pro Punkt 1.000 £. Eine einfache Rechnung für eine perfekte Vorstellung. Plus noch einmal 10.000 £ für das höchste Break des Turniers.

Mit dieser Niederlage verabschiedet sich Williams nicht nur von der WM, sondern nach zwölf Jahren im Club der Weltelite auch aus der Reihe der Top 16 Snookerprofis. "Ehrlich gesagt, da gehöre ich auch nicht mehr hin", kommentierte Williams sein Saisonende. Er habe eigentlich ganz gut während der ersten Session gespielt, wahrscheinlich aber fünf Frames auf schwarz verloren. "Wenn man 50 Punkte vorn liegt, darf man seinem Gegenspieler nicht mehr die Chance zum Abräumen geben", stellte der Waliser fest. Und schon gar nicht, wenn der Gegenspieler Ronnie O'Sullivan heißt.

"The Rocket" präsentierte sich jedenfalls in Weltmeisterlaune. Mit neun Maximum Breaks in der Profikarriere hat O'Sullivan nun Stephen Hendry diese einsame Spitzenposition abgenommen. Für seine Fans ist der 32-Jährige bereits der Champ '08! Jetzt muss nur noch der Rest der Welt überzeugt werden.

Ronnie O'Sullivan 13-7 Mark Williams
75-70 (61), 32-71 (65), 72-48, 0-86 (55), 140-0 (140), 81-44 (81), 65-60 (59), 0-88 (88), 7-65 (64), 61-59, 1-81 (76), 102-10 (102), 68-32 (50) 82-0 (78), 0-81 (81), 17-80 (73), 71-0 (71), 62-15 (60), 107-29 (100), 147-0 (147)

26.04.2008
Hendry zum 17.
Jugend türmt vor Alter

Nichts Neues für den Schotten. Stephen Hendry steht nach drei vergeblichen Anläufen seit 2005 jetzt wieder in einem WM-Viertelfinale: zum siebzehnten Mal in seiner langen Profi-Karriere. Der 21-jährige Chinese Ding Junhui blieb beim 7-13 gegen den 39-jährigen Hendry über weite Strecken unter seinen Möglichkeiten. Hendry hingegen spielte in den ersten zwölf Frames (10-2) (welt)meisterlich. Das wird auch seine Konkurrenz so beobachtet haben. Im Speziellen sein nächster Gegner Ryan Day.

Vor dem Turnier wurde der siebenmalige Weltmeister mit einer Quote von 33-1 auf WM-Titel gehandelt. Sein letzter Sieg ließ nicht nur Ding taumeln sondern, auch den Wettkurs auf Hendry. Er habe seine Lehre aus der Vergangenheit gezogen und versuche die Fehler der letzten Jahre zu vermeiden, sagte Hendry. "Keine törichten Risiken mehr!" Diese Taktik wird bestimmt auch gegen Ryan Day angewandt. Gerade bei diesen "wechselhaften Tischbedingungen".

Ding Junhui 7-13 Stephen Hendry
128-0 (124), 26-71, 91-23 (61), 57-34, 73-0, 53-20, 116-0 (84), 1-80 (80), 73-23 (57), 75-46, 60-56 (51 Hendry, 56 Ding), 68-14, 10-108 (93), 11-128 (94), 67-62 (62 Ding), 7-132 (94), 112-0 (112), 1-79 (79), 47-81 (63), 71-27 (70)

Superali
Tisch zeigt schlechte Manieren

Auch Shaun Murphy haderte bei seiner 4-13 Niederlage gegen Ali Carter mit dem Tisch. In Anspielung auf den WM-Sponsoren schlug Murphy vor, die Titelkämpfe doch gleich in einem Spielkasino auszutragen. "Die Weltmeisterschaft ist schließlich die Gala-Vorstellung am Ende der Saison", erklärte der verbitterte Verlierer. Die Tischprobleme hätten ihm den Sieg gekostet, so Murphy. "Es sind wohl nicht die besten, aber auch nicht die schlechtesten Bedingungen", hielt sich Carter diplomatisch zurück. Sieg ist Sieg.

Der 28-Jährige aus Essex brauchte für seinen letzten Frame lediglich 30 Minuten und steht nun im Achtelfinale. Die Snooker-Fachwelt (WSA) bezeichnet diesen in der Höhe überraschenden Sieg als "historisch" und vergleicht die Partie zum Beispiel mit der 1-10 Niederlage im Jahr 1982 des damaligen Titelverteidigers Steve Davis gegen Tony Knowles. 26 Jahre später will Carter sicherlich noch mehr Geschichte schreiben!

Shaun Murphy 4-13 Ali Carter
4-98 (97), 37-56, 82-48, 13-69, 6-60, 64-36 (53), 1-87, 0-100 (100), 44-64, 0-68 (67), 83-21 (60), 53-76 (64), 7-95 (94), 13-75 ,57-69, 68-30, 1-60

Snooker WM 2008 | 2. Runde - Sonderzug nach Schottland
Day: Schickte den Weltmeister nach Hause

Sonderzug nach Schottland
Titelverteidiger Higgins aus dem WM-Turnier

Der Tisch war schuld. John Higgins - amtierender Snooker-Weltmeister - unterlag Ryan Day mit 3-19. "Die Banden sind unberechenbar", wetterte der Schotte. Und sein Stellungsspiel glich einer Lotterie. Man hätte die Tisch zur zweiten Runde neu beziehen müssen. "Diese Probleme haben wir immer in Sheffield", sagte Higgins. Er nun aber nicht mehr.

Higgins konnte sich nicht lange über seine Führungen (4-0 und 6-3) freuen. Die letzte Session begann beim Gleichstand von 8-8, in der Ryan Day sofort einen Blitzstart hinlegte: 11-8 für ihn. Damit stellte er seine Weiche ins Viertelfinale und Higgins Zug war abgefahren. Frustriert darüber schlug er den Tisch: Die Menge buhte. "Ich kann John verstehen", sagte der siegreiche Day. Aber schließlich mussten ja beide Spieler mit den Gegebenheiten kämpfen. Day zeigte eben das glücklichere Bandenspiel.

John Higgins 9-13 Ryan Day
117-0 (96), 63-28 (53), 84-32 (84), 79-12 (79), 25-68, 19-59, 97-28, 2-62, 75-28, 48-64, 43-82 (82), 8-71, 8-69 (51), 99-6 (99), 89-16 (54), 0-93 (93), 25-66, 30-77, 6-82, 83-0 (83), 0-75, 6-117 (69)

Snooker WM 2008 | 2. Runde - Peter Panther
Ebdon: Pink eine Runde weiter

25.04.2008
Peter Panther
Sprung ins Achtelfinale

Peter Ebdon stand bislang dreimal in einem Finale von Sheffield. Aber nur in Jahren mit gerader Endzahl: 1996, 2002 (Weltmeister) sowie 2006. Und 2008? Warum nicht; Ebdon hätte sicher nichts dagegen einzuwenden. Denn im Viertelfinale steht er bereits: Nach einem hartumkämpften 13-9 Sieg gegen den Überraschungssieger der ersten Runde Mark King

"In einigen Passagen war unser Spiel wohl nicht besonders ansehnlich, bemerkte der 37-jährige Ebdon. Besonders im zwanzigsten Frame verhedderten sich beide Spieler im 40 Minuten lang im sicheren Spiel mit den bunten Bällen. Und mit dem besseren Ende für Ebdon.

King kämpfte verbissen und hatte seinen besten Lauf in Frame 19 zum 8-11 mit einem 121er Break. "Ich konnte meine Vorteile diesmal leider nicht so konsequent nutzen wie in meinem Vorrundenspiel gegen Mark Selby, erklärte er seine Niederlage. Ebdon kann sich nun bis zum Viertelfinale sonnen. Er wird aber eher seine Trainingsbahnen im Hallenbad ziehen.

Mark King 9-13 Peter Ebdon
81-0 (81), 47-74 (59), 61-59 (Ebdon 52), 32-66, 81-1 (52), 0-79 (79), 36-68, 0-118 (84), 62-73 (73), 67-66 (Ebdon 52), 14-77 (57), 43-81, 79-53, 30-79, 77-40 (55), 56-85 (79), 0-79 (79), 71-4, 121-1 (121), 32-58, 110-0 (79), 11-81 (54)


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