 | | Hamilton: Fast ein Whitewash-Kandidat |
24.04.2008 Hamilton chancenlos Stephen Maguire kachelt als letzter Spieler ins Achtelfinale
"Beim 0-5 war das Spiel bereits entschieden", klagte Anthony Hamilton. "Stephen hat dieses Jahr eine reelle Chance, den WM-Titel zu gewinnen. Das habe er bereits nach 30 Minuten schmerzlich feststellen müssen, konstatierte der unterlegene Hamilton.
Im letzen Jahr trafen die beiden erst im Viertelfinale von Sheffield aufeinander. Auch damals behielt Stephen Maguire mit 13-7 die Oberhand. Knapp vor dem Maximum Break scheiterte der Schotte diesmal nach 14 roten und schwarzen Bällen, denn ihm misslang das Positionsspiel auf die letzte Rote.Voller Frust darüber zerschmetterte Maguire eine Kachel in der Umkleidekabine. Diese ungezügelte Kraft sollte er besser für das Achtelfinale gegen den Australier Neil Robertson kompensieren. Stephen Maguire 10-3 Anthony Hamilton 85-41, 122-7 (118), 70-53 83-0 (83), 89-0 (82), 63-50, 79-4, 76-0 (76), 0-74, 0-102 (102), 9-68, 112-0 (112), 76-50
 | | O'Sullivan: Spätzünder hebt doch noch ab |
Einmal WM und zurück 17-jähriger Liu Chuang hielt sich tapfer gegen Ronnie O'Sullivan
"The Rocket" Ronnie O'Sullivan hatte Startprobleme, denn wirklich locker gelangen ihm seine Kunststöße gestern nicht. Der junge Chinese Liu Chuang blieb dem Champ von 01 sowie 04 in der ersten Session bis zum 4-5 immer dicht auf den Fersen. Und auch zu Beginn der zweiten Session wirkte der 32-jährige Engländer in der Eröffnung etwas zerfahren.
Doch drei schnelle Breaks von 61, 65 und 53 Punkten brachten ihn fluchs auf die Siegerstraße ins Achtelfinale. Dort trifft er nun auf Mark Williams. Zweimal - in den Frames 16 und 17 - peilte O'Sullivan sogar das Maximum Break an. Aber nach jeweils sieben bzw. fünf roten und schwarzen Bällen war Schluss mit der Serie. "Ich bin stets besorgt um meine Form, weil ich immer gut spielen will", sagte O'Sullivan. Und er WM-Titel? Nein, soweit schaue er noch nicht.
Liu Chuang hat auch noch Zeit dafür. Ist er doch mit seinen 17 Jahren der viertjüngste Spieler, der bei einer Snooker WM in Sheffield auftrat. Der Debütant hat nun Lust auf mehr bekommen. "Aber dafür muss ich aber noch hart an meiner Technik arbeiten", sagte Chuang. Schaun mer mal.Ronnie O'Sullivan 10-5 Liu Chuang 76-32 (76), 99-0 (87), 66-47, 0-107 (92), 52-60, 59-68, 69-63 (O'Sullivan 57, Liu 59), 24-63 (55), 57-40, 74-26 (61) 89-4 54-62 (53 Liu) 65-20 (65), 84-14 (56), 70-59
 | | Doherty: Kein Mitleid mit Darling |
23.04.2008 Debütant düpiert Darling Liang Wenbo meisterlich ins Achtelfinale
Nein, es war nicht sein Tag. Es war auch nicht seine WM und schon gar nicht seine Saison. Und wie bereits im Vorjahr scheitert Ken Doherty in der ersten Runde von Sheffield an einen Debütanten. 2007 gegen Mark Allen und heute gegen den Chinesen Liang Wenbo mit 5-10. Doherty nach seiner Niederlage: "Schwer zu beschreiben!" Aber, wer so spiele, habe es auch nicht verdient, unter der TOP 16 der Welt gelistet zu werden, bilanzierte der Ire seinen kurzen Auftritt im Rampenlicht.
Denn nach 15 Jahren in der Eliteliga der Snookerprofis fällt der 38-Jährige nun aus diesem Kreis heraus. "Zugegeben, es wird jetzt schwieriger für mich, aber ich habe keine Angst vor diesen Qualifikationsspielen", sagte Doherty. Aber es wäre schon ziemlich erschreckend, wenn das seine Abschiedsvorstellung in Sheffield gewesen wäre. "Doch einmal durfte ich die Trophäe ja schon in den Händen halten," meinte Doherty.
Das will Liang auch. Die Nummer 53 der aktuellen Weltrangliste sagte, das sei der Höhepunkt seiner Karriere gewesen. Er habe nicht über Sieg oder Niederlage nachgedacht. "Ich wollte einfach nur mein Bestes geben!". Das wird der 21-Jährige in der nächsten Runde gegen Joe Swail wohl auch müssen.Ken Doherty 5-10 Liang Wenbo 75-40 (66), 0-105, 23-86 (77), 14-64 (58), 55-66 (50), 77-25, 22-73 (68), 0-83 (51), 13-112 (95), 55-71, 59-14, 67-74 (55 Liang), 73-1 (69), 61-14, 15-61
Musterknabe Murphy Kein Problem für den Weltmeister von 2005
Dave Harold war chancenlos. Der 41-Jährige lag schnell gegen den 16 Jahre jüngeren Shaun Murphy mit 2- 7 im Rückstand. Und nur noch ein weiterer Frame war ihm beschieden. Murphy, aktuell die Nummer Eins der Weltrangliste, besiegelte das Ende Harolds mit einem überzeugendem 73er Break im 13. Frame.
"Ich habe gespielt wie ein Armamputierter", ärgerte sich Harold über sein unglückliches Timing: die schlechtes Saisonleistung auf dem wichtigsten Turnier eines Snookerprofis abzuliefern. "Entsetzlich", schnaubte der Snookerveteran. Die gespannte Atomsphäre im Crucible Theaters provozierte Fehler, die er sonst nie machen würde. "Und Shaun spielte längst nicht so gut, wie das Ergebnis vermuten ließe", sagte der unterlegene Harold. Das sah Murphy genau so.
Shaun Murphy 10-3 Dave Harold 74-31, 65-70, 87-16 (87), 77-39, 78-13 (55), 84-24 (72), 69-28, 78-7 (78), 69-28, 78-7 (78), 32-72, 51-72, 102-0 (102), 73-19 (72), 74-0 (73)
 | | Dott: Augen zu und durch |
Die Angst des Potters Zittersieg für Joe Perry
Der Qualifikant aus London, Joe Perry, setzte sich gegen den Champion von 2006 Graeme Dott mit 10-7 durch. Es war der Schlusspunkt einer katastrophalen Saison für den Ex-Weltmeister. Denn Dott konnte keines seiner 16 Spiele nach den Shanghai Masters im letzten August gewinnen. Den Schotten plagen seit langem Depressionen, die sogar seine WM-Teilnahme in Frage stellten.
"Trotzdem bin ich selbst überrascht, wie gut ich doch gespielt habe", erklärte Dott. Er fühle sich gut, fast "back to normal"! Doch der "Pocket Dynamo" kam nicht so recht auf Touren. Perry hingegen gelangen vier Century Breaks. Mit 132 führt er dort auch die Bestenliste an. Aber im letzten und entscheidenden 17. Frame zitterten beiden Spielern der Queue. Letztlich hatte Perry die ruhigere Hand. Graeme Dott 7-10 Joe Perry 92-21 (64), 35-92 (35, 46), 1-62 (47), 98-5 (56), 0-102 (102), 76-38 (41), 0-86 (55), 68-58 (65), 17-82 (82), 29-104 (104), 58-49, 126-0, 0-132 (132), 0-82 (82), 8-88 (88), 58-50, 53-65
22.04.2008 Pokerfaces Ding Junhui hatte am Ende die besseren Karten
Im letzten Jahr musste sich Ding Junhui mindestens eine Träne verkneifen, als er bei seinem Debüt mit 2-10 gegen Ronnie O'Sullivan den Kürzeren zog. Diesmal zog er im asiatischen Duell gegen Marco Fu knapp mit 10-9 die stärkeren Trümpfe aus dem Ärmel. Schnell führte der junge Chinese mit 5-1. Dann besann sich Fu auf seine Stärken, zauberte zwei Century Breaks nacheinander auf den Tisch und übernahm nach fünf siegreichen Frames in Folge die 6-5 Führung.
Über 7-6 für Fu und 8-7 für Ding zockten sich die beiden zum entscheidenden 19. Frame. Mit dem besseren Ende für Ding. "Ich hatte einfach die größere Portion Glück", kommentierte der 21-Jährige knapp und bescheiden seinen Einzug ins Achtelfinale. Dort wartet der Schotte Stephen Hendry auf ihn. Schwer zu schätzen, wie seine Chancen gegen den siebenmaligen Weltmeister stehen, äußerte sich Fu zurückhaltend über seinen Kontrahenten. "Ich glaube, Ding war im letzten Frame ziemlich nervös, zeigte dies aber nicht", erklärte der Mann aus Hongkong. Und Contenance war der Trumpf des Abends.Ding Junhui 10-9 Marco Fu 65-53, 68-19 (54), 56-64, 113-0 (113), 91-17 (87), 107-2 (99), 27-78 (78), 5-103 (103), 20-107 (100), 0-96 (96), 53-57, 71-20, 0-75, 98-0 (97), 114-18 (114), 48-62, 64-17, 12-86, 113-23 (76)
 | | Davis: Dem Whitewash entronnen |
Der effektive Kurzarbeiter Mark Williams stürmt ins Achtelfinale
Die meisten Snookerspieler heißen anscheinend Mark. Von fünf gestarteten "Marks" bei der Snooker WM 2008 sind jetzt nur noch zwei übrig geblieben. Mark Williams spielte Mark Davis mit 10-3 in den Sessel. Er rammte die Bälle in die Taschen und führte schon mit 8-0. Davis konnte einem Leid tun, denn ein "Whitewash" lag förmlich in der Luft. Es wäre erst die zweite Zu-Null-Niederlage in der Crucible-Ära gewesen. Diese Schmach wurde bislang nur dem Australier Eddie Charlton zugefügt: In seinem Erstrundenspiel des Jahres 1992 von John Parrott. Allerdings war Charlton damals schon 62 Jahre alt.
Aber Davis berappelte sich wieder und gewann zunächst den 9. Frame. Linkshänder Williams setzte nach: 9-1. Mit seinem höchsten Break von 62 Punkten konnte Davis wieder verkürzen und konnte das Ergebnis etwas freundlicher gestalten. Trotzdem: Mehr als drei Frames ließ Williams nicht mehr zu! "Es war sehr nett von Mark, mir mindestens einen Frame zu gönnen", frotzelte Davis.Mark Williams 10-3 Mark Davis 79-1 (79), 63-8, 73-34, 75-9, 75-39, 88-0 (88), 73-6 (65), 75-0 (62), 0-72, 92-21, 13-68 (62), 45-70 (46), 79-0 (79)
Vizeweltmeister schachmatt König schlägt Läufer
Vor fünf Jahren wollte Mark King bereits mit dem Profisnooker aufhören. Heute steht der 34-jährige nach seinem 10-8 Erfolg gegen den Vizeweltmeister Mark Selby im Achtelfinale der Snooker-WM 2008. "Im letzten Frame raste mein Herz mit 700 Meilen pro Stunde", gestand der überglückliche Sieger. Schon in der WM-Qualifikation lief KIng auf Hochtouren und warf die Snooker-Legende Jimmy White (sechsmaliger Vizeweltmeister) aus dem Rennen. In der nächsten Runde wartet nun Peter Ebdon auf König Mark.
Selby konnte an seine letztjährige Vorstellung in Sheffield nicht anknüpfen. Natürlich sei das Ergebnis enttäuschend für ihn, sagte der "Leicester Jester" (Spaßvogel aus Leicester - so sein Markentitel). "Aber ich kann mich nicht beschweren!" Stimmt, denn mit zwei Turniersiegen (Welsh Open und Masters) fällt die Saisonbilanz positiv aus. "Mark hat diesen Sieg verdient!" Stimmt auffallend.Mark Selby 8-10 Mark King 55-48 (55), 47-61, 70-60, 35-69 (58), 88-8, 0-112 (112), 76-9 (76), 18-80 (55), 70-57 (58, 53), 42-72, 0-73 (73), 1-64, 20-71(63),83-20, 108-4 (108), 17-116 (116), 53-27, 23-71(71)
 | | Davis: Die Legende schreibt Geschichte |
21.04.2008 Gentleman Steve Der sechsmalige Weltmeister bleibt sieglos
Drama, Baby! Drama!!! Die Entscheidung zwischen Steve Davis und Stuart Bingham fiel im 17. Frame beim Safety-Spiel mit Pink. Davis brauchte noch beide Bälle zum Frame-Gewinn, platzierte den schwarzen Ball aber direkt vor das Nest. Diese Einladung ließ sich Bingham natürlich nicht mehr nehmen und versenkte die Kugel krachend zum 9-8 für ihn. Im letzten Frame reichte BIngham ein 59er Break zum knappen 10-8 Sieg. Wie Ostern und Weihnachten zusammen muss sich das angefühlt haben. Drama Baby!
Dabei hatte es eine lange Zeit nach einem Durchmarsch für Bingham ausgesehen. Er führte bereits mit 8-3. "ich war nicht einmal in der Lage ein Scheunentor zu treffen", grämte sich der 50-jährige Davis nachher. Im Frame 12 gelang ihm dann erstmals ein Break von über 60 Punkten. Das war der Auftakt zu seiner grandiosen Aufholjagd. Davis gewann Frame um Frame und glich schließlich unter tosendem Beifall zum 8-8 aus.
"Das war wohl meine beste Saisonleistung", erklärte Davis. Aber es war mehr drin. "Da muss ich eine bittere Pille schlucken!" Denn mit dieser Turnierniederlage verabschiedet sich der sechsmalige Weltmeister auch aus den Top 16. Und so wird sich "The Nugget" erstmals seit 2003 wieder für das nächste WM-Turnier im Crucible Theatre qualifizieren müssen. "Kleine Fische", schmunzelt Davis. Den großen Fang hat Bingham mit seinem Sieg schon gemacht. Zum ersten Mal nach fünf Jahren ist er wieder dabei und steht nun im Achtelfinale.Steve Davis 8-10 Stuart Bingham 20-69, 41-71, 19-108 (54), 54-34, 87-0 (57), 21-59, 66-33 (58), 0-80 (58), 4-59 (58), 11-76, 33-69, 105-31 (65), 100-4 (68), 81-0 (81), 84-31 (51), 91-0 (67), 60-72, 15-65 (59)
 | | Allen: Aus die Maus |
Hendry zeigt Stehvermögen Qualifikant Mark Allen bot dem siebenmaligen Weltmeister lange Paroli
Es war bereits das dritte von sieben Spielen bei der laufenden Snooker-Weltmeisterschaft, das über die volle Distanz ausgetragen werden musste. Der Sieger hieß diesmal Stephen Hendry. Mit 10-9 gegen den Nordiren Mark Allen. Eine fulminante Partie lieferten sich die beiden Spieler während der gesamten 19 Frames.
Überwiegend in Führung lag der 22-jährige Allen gegen den Oldie Hendry (39). Seinen Vorsprung bei 9-7 konnte er aber nicht in einen Sieg wandeln. Beim Stand von 9-8 hatte Allen mindestens einen "Matchball", aber unter diesem Druck versagten wohl doch die jungen Nerven. "Was soll ich sagen", zweifelte er immer noch an seiner Niederlage. "Es ist wohl nicht zu meinen Gunsten ausgegangen?" War es Leichtsinn oder Übermut? Vielleicht ein bisschen von beiden.
Ein überglücklicher Hendry beurteilte sein Spiel als beste Leistung, die er je bei einer WM in der ersten Runde gezeigt hat. Der Schotte zeigte gar Emotionen: mit der "Becker-Faust" in die Kameras. "Dieser Sieg gibt mir wieder viel Selbstvertrauen", erklärte Hendry. Allen sei Dank.Stephen Hendry 10-9 Mark Allen 67-0, 29-91 (70), 0-87 (87), 13-91 (91), 0-88, 110-11 (110), 8-110 (102), 101-8 (93), 16-75 (63), 63-51, 80-35 (68), 79-64 (Hendry 64, Allen 57), 32-74, 0-89 (89), 71-0 (65), 17-52 (55), 72-27, 67-66, 76-0 (72)
Oh happy Day Kein Tag für ein Maximum Break
Mit 10-6 behielt Ryan Day die Oberhand über Michael Judge und trifft nun im Achtelfinale auf den Titelverteidiger John Higgins. Vielleicht kein gutes Omen, denn bei seinem Debüt vor vier Jahren verlor Day knapp mit 9-10. Da ist also noch eine Rechnung offen. "Das wird ein verdammt schweres Match", kommentierte Day. Für beide.
"Ich bin heute nicht so richtig in die Gänge gekommen", konstatierte der unterlegene Judge und haderte mit seinem Spiel. Im 14. Frame war der Ire sogar auf dem besten Weg zu einem Maximum Break; aber er konnte die vorletzte Rote nicht in die Tasche spielen. Vielleicht hat das Goldkettchen am Handgelenk doch gestört? Für die 147 Punkte in Folge gibt es in Sheffield 147.000 britische Pfund oder rund 186.500 Euro. Der letzte Spieler, dem dieses Kunststück in Sheffield gelangt, war Mark Williams am 20. April 2005.Ryan Day 10-6 Michael Judge 15-66, 71-0, 83-0 (83), 43-57, 106-0 (95), 61-37, 16-62, 41-55, 75-41 (75), 97-31, 105-1 (104), 68-21 (63), 96-0 (96), 0-104 (104), 15-86 (74), 55-25
 | | Ebdon: Blau im Glück |
20.04.2008 Jamies Blues Debütant nur knapp gescheitert
Der Kampf um die letzte Blaue. Jamie Cope musste sie lochen; wollte es eigentlich nicht. Aber im entscheidenden Safetyduell unterlag der 22-Jährige gegen den alten Hasen aus Dubai Peter Ebdon. "Natürlich bin ich enttäuscht darüber, dass ich meine Siegchancen nicht genutzt habe", gestand Cope wortkarg. Er fühlte sich über die gesamte Partie als der "bessere Spieler". Aber seine 7-5 Führung konnte Cope letztlich nicht mit einem Sieg krönen.
Denn mit scheinbar unerschütterlicher Geduld und Routine schlich der Weltmeister von 2002 mit einen Century Break erstmals in der Partie zur 8-7 Führung. "Ich muss Jamie ein großes Kompliment machen", erklärte Ebdon. Er sei ein schneller und aggressiver Spieler. Copes unorthodoxe Spielweise habe ihn doch in arge Bedrängnis gebracht. Aber ob dieses Lob eines Ex-Weltmeisters über das frühe Ausscheiden des Debütanten hinweg tröstet?Peter Ebdon 10-9 Jamie Cope 22-89, 48-60, 0-86 (86), 94-4 (50), 7-75 (64), 66-4 (58), 0-75 (75), 93-4 (87), 107-22 (103), 13-74, 106-0 (73), 1-126 (126), 83-37 (58), 52-35 122-0 (109), 0-101 (101), 58-27, 20-78 (78), 70-46
Hawkins säuerlich Entscheidung erst in der Verlängerung
Knapp mit 9-10 verlor Barry Hawkins sein Spiel gegen Ali Carter. Aber der entscheidende Frame wurde vom Tourdirektor auf den Abend verlegt. Hawkins kämpfte sich am Nachmittag von 6-9 bis zum Ausgleich heran. Dann wurde die Partie unterbrochen, weil die Spieler der Abendrunde auf ihren Auftritt warteten. "Ich bin am Boden zerstört", klagte Hawkins. "ich hatte meinen Lauf". Die Snookerfans hätten sicher Verständnis dafür gehabt, wenn die Partie auch komplett zu Ende gespielt worden wäre. Aber.
Drei Stunden später entschied Carter den letzten Frame mit 69-46 für sich und steht jetzt im Achtelfinale. "Beim 9-9 hatte ich schon das Gefühl, das Spiel bereits verloren zu haben", erklärte Carter. Über Sieg und Niederlage entscheiden eben nicht allein die Century Breaks, sondern wie gut man als Spieler den psychischen Druck kompensiert.
Für Hawkins war es heute Abend ein Deja Vu: Denn auch bei der letzten WM in Sheffield verlor er in der ersten Runde knapp mit 9-10. 2007 hieß der Gegner Fergal O'Brien.Ali Carter 10-9 Barry Hawkins 0-106 (51), 0-71 (71), 64-65 (Carter 56), 59-41, 59-41, 72-43, 61-37, 69-47, 59-1, 71-41, 13-52, 2-60, 52-71 (52, 71), 76-49, 128-0 (128), 46-58, 29-68, 44-84 (59), 69-46
 | | Lee: Ende einer Karriere? |
Lees Abgang Niederlage gegen Joe Swail in der ersten Runde von Sheffield
Genau wie im letzten Jahr. Damals verlor Stephen Lee mit 7-10 gegen Mark Selby. Und heute mit 4-10 im Auftaktmatch gegen Joe Swail. "Ich habe es satt, bei der WM in Sheffield nur noch als Statist aufzukreuzen", ärgerte sich Lee über seine Niederlage. Er sei es leid, seine Koffer immer wieder frühzeitig packen zu müssen.
Als Weltranglisten Zehnter startete Lee diese Saison und fällt nun nach der WM zum ersten Mal nach elf Jahren aus der ersten Reihe der Snooker-Weltelite. Frustriert darüber, spielt der 33-Jährige jetzt mit den trüben Gedanken, ganz mit dem professionellen Snookersport aufzuhören.
"ich kann seine Enttäuschung komplett nachvollziehen", tröstete der siegreiche Swail. Auch er sei schon einmal aus den Top 10 in die vierte Reihe durchgereicht worden. "Und heute bin ich wieder da," erklärte Swail. Auch Stephen werde sich durch die Qualifikationsturniere beissen, glaubt er.
Na denn, sein Wort in Lees Ohren.Stephen Lee 4-10 Joe Swail 96-1 (96), 8-65 (65), 8-67, 69-49, 57-66, 45-87 (54), 6-58 (53), 23-109 (61), 29-68, 117-12 (75), 0-71, 6-64, 61-46, 1-72
Die Maschine läuft Der Australier Neil Robertson fegt Nigel Bond mit 10-4 vom Tisch
Und das mit links. Neun breaks über 50 Punkte lassen den Schluss zu, dass Robertson, Spitzname "The Melbourne Machine", rechtzeitig Fahrt aufgenommen hat. Mit der sicheren 8-2 Führung im Rücken konnte er locker zuschauen, wie sein Kontrahent Bond noch zwei Frames in Folge gewann. Danach verfolgte der Mann aus Derbyshire die Partie aber überwiegend im Sitzen. Bis zum bitteren Ende für ihn.
Trotzdem versprühte der Engländer gute Laune nach der Niederlage. "Alles in allem hatte ich doch eine erfolgreiche Saison", sagte Bond. Und auch im nächsten Jahr gehört er zu den 16 weltbesten Snookerspieler. So what. "Ich habe nicht besonders gespielt", schmeichelte Robertson sich selbst ein. Gerade deshalb hat der Australier mit seinem hohen 10-4 Sieg deutlich seinen Anspruch auf den WM-Thron proklamiert.Neil Robertson 10-4 Nigel Bond 74-14 (59), 95-0 (70), 78-50 (52), 16-79, 84-48 (70), 84-0 (80), 0-125 (125), 64-32, 65-23, 33-73 (67), 114-7 (63), 57-61 (56 Robertson), 68-8 (57), 84-0 (84)
 | | Higgins: Kein Grund zur Schippe |
19.04.2008 Good bye, Matthew! Titelverteidiger John Higgins steht als erster Spieler im Achtelfinale
Drei gewonnene Frames in Folge reichten nicht mehr aus, um dem Match noch seine Wendung zu verpassen. Der Waliser Matthew Stevens konnte seinen Rückstand aus der ersten Session von 2-7 zwar noch auf 5-7 verkürzen, aber danach erlosch das Feuer des "Walisischen Drachen". Chance verpasst. Frame Nummer 13 ging wieder an den amtierenden Weltmeister John Higgins. Nummer 14 und 15 ebenso. Sogar jeweils mit einem century brake. Das machte den Sieg des Schotten perfekt
Aber zu Beginn der Partie sah das aber noch ganz anders aus. Im dritten Frame war Stevens auf bestem Wege zum Maximum Break. 14mal Rot und 14mal Schwarz hatte er schon in Folge gelocht. Aber bei 112 Punkten bekam der Waliser den verbliebenen roten Ball nicht mehr in die Tasche. Danach glich Higgins im vierten Frame wieder aus.
"Wer weiß, was noch alles passiert wäre, wenn ich in der zweiten Session noch auf 6-7 heran gekommen wäre", spekulierte der enttäuschte Waliser nach dem Spiel. Der Weltranglistenplatz 16 ist für Stevens in der nächsten Saison auch futsch. Dumm gelaufen. Higgins hingegen darf weiter an seiner Titelverteidigung arbeiten. Ja, er sei motiviert und guter Stimmung, gab der Schotte knapp zu Protokoll.
Und wer kann Higgins dieses Jahr vorzeitig stoppen? Vielleicht seine Frau Denise. Sie erwartet nämlich ihr drittes Kind.John Higgins 10-5 Matthew Stevens 0-81, 125-0 (88), 0-112 (112), 83-0 (83), 67-23, 91-2 (54), 67-42, 85-0 (85), 77-4 (60), 25-68 (52),1-99 (58), 18-62, 75-1 (75), 124-11 (120), 103-29 (103)
12.03.2008 Schweres Los für Weltmeister Higgins Die erste Runde der Snooker WM 2008 wurde gestern ausgelost
Titelverteidiger John Higgins trifft dabei auf den fünfmaligen Vize-Weltmeister Matthew Stevens. "Schlimmer hätte es eigentlich nicht kommen können", kommentierte Higgins sein Los. Stevens hat bislang noch nie ein Erstrunden-Match bei einer WM verloren. Im Halbfinale von 2001 standen beide schon einmal gemeinsam am Tisch. Damals gewann der Schotte Higgins knapp mit 17:15. Der Waliser Stevens revangierte sich ein Jahr später für diese Niederlage im Viertelfinale der WM 2002 mit einem überzeugendem 13:7.
Der Chinese Liu Chuang ist einer von drei Debütanten neben Jamie Cope (gegen Peter Ebdon) und Liang Wenbo (gegen Ken Doherty), der in Sheffield die WM-Bühne betritt. Er trifft auf den hohen Favoriten Ronnie O' Sullivan. "Ich werde sehr aufgeregt sein, wenn ich gegen mein Idol spiele", sagte Liu. Mit 1:5 verlor er aber bereits in der letzten Saison bei den China Open gegen den Engländer. Ding Junghui trifft im asiatischen Duell auf Marco Fu aus Hongkong.
Bereits in der Qualifikation gescheitert ist der Publikumsliebling und sechsmalige Vizeweltmeister Jimmy White. Der Oldie verlor sein letztes Spiel gegen Mark King, der nun seinerseits auf seinen Namensvetter Selby trifft. Der älteste Spieler im Feld ist Steve Davis mit bald 51 Jahren, sein Gegner, Stuart Bingham, ist knapp 20 Jahre jünger. Die besten 32 Snookerprofis ermitteln ihren Weltmeister altersunabhängig in Sheffield vom 19. April bis zum 5. Mai auf der Bühne des Crucible Theaters.Die Paarungen im Einzelnen:
John Higgins - Matthew Stevens Ryan Day - Michael Judge Ding Junhui - Marco Fu Stephen Hendry - Mark Allen Ronnie O’Sullivan - Liu Chuang Mark Williams - Mark Davis Stephen Lee - Joe Swail Ken Doherty - Liang Wenbo Shaun Murphy - Dave Harold Ali Carter - Barry Hawkins Mark Selby - Mark King Peter Ebdon - Jamie Cope Neil Robertson - Nigel Bond Stephen Maguire - Anthony Hamilton Steve Davis - Stuart Bingham Graeme Dott - Joe Perry
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