Snooker WM 2007 - 3. Runde | Selby schüttelt Carter ab | Higgins: Ein Schotte im Finale | Maguire tanz den Schotten Rock | Murphy löscht das Drachenfeuer

Rüdiger Voßberg - Freier Journalist aus Berlin
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02.05.2007
Selby schüttelt Carter ab
Ali Carter gelang bei der Snooker WM 2007 zwar mit 144 Punkten das bislang höchste Turnierbreak, aber im Viertelfinale musste er sich gegen Mark Selby dennoch geschlagen geben. Im entscheidenden 25. Frame gelang dem Engländer nach einem Safetyduell ein 58er break und gewann so das letzte Viertelfinale dieser Snookerweltmeisterschaft. Zum ersten Mal in der Turniergeschichte des Crucible Theaters gingen zwei Halbfinale über die volle Distanz von 25 Frames.

Es war ein abwechselungsreiches Spiel, in dem Selby aber nach dem 19. Frame mit 11-8 in Führung lag. Doch Carter konnte noch drei Frames in Folge gewinnen und glich wieder aus. "Ich hatte auch meine Chancen im letzten Frame", sagte Carter. Er sei enttäuscht darüber, so weit zu kommen, um dann so ärgerlich zu verlieren. Selby krönte seinen Trainingsfleiß zunächst mit dem Halbfinale gegen Shaun Murphy. Wahrscheinlich ist auch mehr möglich.

Ali Carter 12-13 Mark Selby
0-70, 70-40, 28-65 (59), 69-56 (69), 9-80, 73-0 (62,) 0-121 (121), 43-75, 144-0 (144),
60-57 (52), 64-55, 77-0 (57), 59-69 (69), 7-75 (67), 36-86, 1-113 (89), 70-54, 65-17 (64),
36-66, 16-82, 23-81 (64), 68-54, 16-85 (64), 78-1 (78), 16-89 (58)


Ein Schotte im Finale
"The Wizard of Wishaw" zauberte "The Rocket" vom Snookerhimmel

Die Wettscheine mit dem Tipp "O'Sullivan auf Sieg" sind verfallen. Murphys Potting Boots waren ihm am heutigen Tag zu groß. Zwar konnte der zweimalige Weltmeister seinen Abstand auf den Schotten John Higgins von 5-11 auf 9-12 verkürzen und weckte so die Hoffnung seiner Fans, aber Higgins ließ sich nicht wie Matthew Stevens noch auf der Ziellinie von seinem Kontrahenten abfangen.

Ein Schotte im Finale "The Wizard of Wishaw" zauberte "The Rocket" vom Snookerhimmel"Zum ersten Mal seit 2001 steht Higgins wieder in einem Halbfinale bei der Snooker-Weltmeisterschaft. Vor sechs Jahren schaffte er es auch ins Endspiel und verlor damals just gegen O'Sullivan. Heute nahm Higgins nun späte Revanche für diese schmerzliche Niederlage. Er dominierte die Partie und spielte mit 110 Punkten auch sein 350. Turniercentury.

"Natürlich war ich beunruhigt als Ronnie sein Comeback startete", gestand Higgins. Aber er spielte eben nicht so stark wie Murphy, und Higgins war nicht so gelähmt wie Stevens. "Ich hätte auch 5-13 verlieren können", erklärte O'Sullivan. Darum sei er froh, dass er Higgins noch etwas Paroli bieten konnte. Dieser trifft nun im schottischen Halbfinale auf seinen Trainingspartner Stephen Maguire. So spielt bestimmt ein Schotte im WM-Finale von Sheffield.

Ronnie O'Sullivan 9-13 John Higgins
0-91 (91), 103-5 (89), 26-68, 0-77 (73), 119-22 (54, 65), 84-17 (60), 6-126 (110),
77-8 (76), 37-81, 49-71 (71), 2-105, 24-74 (53), 87-1 (75), 58-65 (58, 65), 0-94 (94),
61-63 (62), 78-32, 70-25 (70), 33-86 (58), 65-0, 106-0 (93), 1-57


Maguire tanzt den Schotten Rock
Für Anthony Hamilton lastet ein Fluch über dem WM-Viertelfinale. Es war bereits sein viertes. Und er verlor es – zum vierten Mal. "Ich komme mit meinem Spiel einfach nicht weiter voran", kommentierte Hamilton anschließend. Diese Leistung sei eben nicht ausreichend, um sich für letzten Vier zu qualifizieren. "Ein Viertelfinale bei der WM ist immer ein harter Brocken, es sei denn, man spielt gegen mich", flachste der unterlegene Hamilton.

Der Neunte der Weltrangliste Stephen Maguire knüpfte mit einer 143er clearance an seine starke Leistung der vorherigen Runden an. Er spielte insgesamt 4 centuries in diesem Match. "Ich habe in dieser Saison schon einige gute Ergebnisse erzielt", erklärte Maguire. Was ihm jetzt noch fehle, sei ein Titel. "Aber die starken Jungs kommen ja erst noch", orakelte der Schotte.

Stephen Maguire 13-7 Anthony Hamilton
54-11, 68-75 (63), 106-32 (106), 1-79 (79), 36-62, 67-57, 98-40 (89), 61-15, 63-77 (74),
143-8 (143), 80-0, 41-72, 0-68 (63), 74-5 (68), 70-56 (Hamilton 56), 17-60 (50), 96-0 (96),
72-4, 137-0 (137), 113-4 (108)


Murphy löscht das Drachenfeuer
Matthew Stevens wurde nach einer dramatischen Aufholjagd noch auf der Ziellinie von Shaun Murphy abgefangen

"The Welsh Dragon" faucht nicht mehr. Matthew Stevens benötigte nur noch einen einzigen Frame, um das Halbfinale der Snooker-WM in Sheffield zu erreichen. Er stand mit beiden Beinen fest auf der Ziellinie und bewegte sich nicht mehr. Mit 12-7 Frames in Führung brauchte der Waliser sich nur noch über diese Marke zu hauchen. Aber er spielte wie paralysiert. Wenn er spielte. Denn die meiste Zeit am Tisch verbrachte der Weltmeister von 2005 Shaun Murphy.

Murphy löscht das Drachenfeuer Matthew Stevens wurde nach einer dramatischen Aufholjagd noch auf der Ziellinie von Shaun Murphy abgefangenStevens hätte die Partie im 20. Frame entscheiden müssen, als er mit 60-40 Punkten in Führung ins Endspiel auf die Farben ging. Hätte! Aber Murphy verpackte den Spielball in einen perfekten Snooker, kassierte so 16 Extrapunkte und spielte die Farben grün bis pink in die Taschen. Die geballte Faust und sein entschlossener Gesichtsausdruck drückten aus, was die nächsten Frames folgen sollte.

Zwei breaks zu 61 und 94 Punkten brachten Murphy weiter heran. Im Frame 23 war der Druck, der auf die beiden Spieler lastete, förmlich zu spüren. Im Endspiel hatte Stevens nun seinerseits wieder die Chance mit einer "langen Blauen" das Spiel endlich für sich zu entscheiden. Aber er verpasste auch diese Gelegenheit.

Murphy eröffnete den entscheidenden Frame mit einem 44er break, verlor dann aber die aussichtsreiche Position auf eine Farbe. Safetygeplänkel verlängerte noch das Leiden des Stevens. Mit weiteren 43 Punkten beendete Murphy schließlich seine grandiose Aufholjagd und steht verdient im Halbfinale. "Matthew ist bekannt dafür, dass er nicht gerne in Führung liegt", sagte Murphy über seinen Gegner. Und der hatte am heutigen Tag auch keine wirkliche Chance.

Stevens zeigte sich sichtlich geschockt. "Ich hatte das Spiel beim 11-5 in der Tasche", sagte der 29-jährige Waliser. "Aber ich konnte es einfach nicht zu Ende bringen!" Aber Stevens hat mehr als nur ein WM-Viertelfinale verloren: Nach dieser Niederlage wird er auch nicht mehr unter den Top 16 der Weltrangliste geführt.

Shaun Murphy 13-12 Matthew Stevens
4-97, 0-118 (118), 37-70 (64), 86-12 (82), 68-54, 0-108 (108), 123-0 (89), 59-25,
47-75 (61), 31-89, 68-37, 21-89, 52-54, 5-76 (52), 0-95 (57), 0-81 (81), 117-0 (92),
64-58 (60), 50-73(52), 76-60, 76-14 (61), 94-15 (94), 60-48, 47-19, 87-0


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