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Snooker WM 2007 - 2. Runde | The Rocket ist abgehoben | Selby: Ganz schön abgebrüht | Hendry: Verhexter Queue | Higgins Durchmarsch

Rüdiger Voßberg - Freier Journalist aus Berlin
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30.04.2007
"The Rocket" ist abgehoben
Im bislang besten Spiel des Turniers behielt Ronnie O'Sullivan die Oberhand über den Australier Neil Robertson.

Der zweimalige Weltmeister Ronnie O'Sullivan legte einen Blitzstart zum 8-3 gegen Neil Robertson hin. Danach schien es so, als habe "The Rocket" seinen Treibstoff leichtsinnig verbraucht. Robertson holte auf. Frame um Frame. Erzielte im 16. Frame das bislang höchste century des Turniers mit 140 Punkten und glich aus. Beim Stande von 10-10 Frames und 59-4 Punkten verpasste Robertson den schwarzen Ball. O'Sullivan sprang aus seinem Sessel, machte 44 Punkte, konnte den Spielball aber nicht weiter auf Blau einstellen.

Anschließend misslang Robertson eine safety, so dass O'Sullivan den Tisch abräumen konnte. Das war die Wende in diesem Match. In den letzten beiden Frames gelangen einem entnervten Robertson lediglich noch 12 Punkte. "Natürlich bin ich sauer über die vergebenen Chancen", erklärte Robertson. Bei einer 11-10 Führung für ihn, wäre O'Sullivan wohl gestrauchelt.

"So richtig gut habe ich mich bei meiner 8-3 Führung auch nicht gefühlt", sagte der 31-jährige Engländer. Der Grund dafür: "Die langen Bälle laufen noch nicht so, wie sie eigentlich sollten", erklärte O'Sullivan. Aber gegen John Higgins wird "The Rocket" noch eine weitere Stufe zünden müssen, um bei der Snooker WM 2007 nicht abzustürzen.

Ronnie O'Sullivan 13-10 Neil Robertson
0-119 (87), 104-0 (104), 58-57, 72-48, 69-23, 82-23, 0-94 (70), 105-23 (100), 6-74,
98-0 (68), 105-0 (105), 41-55, 0-68, 18-70, 0-77 (77), 0-140 (140), 0-117 (52),
129-0 (129), 0-70 (70), 96-0 (96), 61-59 (Robertson 52), 60-12, 88-0 (87)


Ganz schön abgebrühtGanz schön abgebrüht- Drei centuries in Folge und derer fünf in einem Spiel: Mark Selby
Drei centuries in Folge und derer fünf in einem Spiel: In dieser überragenden Form zählt Mark Selby spätestens jetzt zum engen Kreis der Favoriten für den WM-Thron. "Ich glaube, ich habe das beste Spiel meiner Karriere abgeliefert", erklärte der überglückliche Selby nach seinem Sieg.

"Ich habe den Ball zum 7-9 verspielt", analysierte Ebdon seine Niederlage. Stattdessen stand es nun 6-10 gegen ihn. Der Vorjahresfinalist verkürzte zwar nochmals zum 7-10, aber dann zog Selby mit zwei century brakes von 130 sowie 116 Punkten wieder davon. Aufholjagden gehören eigentlich zum Repertoire des Weltmeisters von 2002, aber an diesem Tag hatte er keine Chance gegen einen abgebrühten Selby. Dieser spielt nun gegen Ali Carter.

Peter Ebdon 8-13 Mark Selby
54-63, 57-50, 6-85 (57), 1-100 (76), 72-0 (66), 71-0 (62), 89-1 (60), 0-69 (57),
38-68, 0-121 (100), 0-126 (122), 0-123 (119), 76-20 (69), 54-59, 79-16, 45-57,
86-33 (86), 0-130 (130), 6-116 (116), 97-0 (97), 49-83 (72)


Verhexter Queue
Ali Carter fegte den Schotten Stephen Hendry vom Tisch

Verhexter Queue Ali Carter fegte den Schotten Stephen Hendry vom TischAus der Traum: Der siebenmalige Weltmeister Stephen Hendry wird seiner Titelsammlung in dieser Saison doch keinen weiteren hinzufügen können. Fehlendes Selbstvertrauen sei der Hauptgrund für diese Niederlage, erklärte der 38-jährige Hendry enttäuscht. Denn schließlich habe er seit über drei Jahren keinen Titel mehr gewonnen. Dass der neue Queue mit verantwortlich für seine miserable Vorstellung war, wollte Hendry allerdings nicht bestätigen.

"Alle Welt redet von seinem neuen Queue", kommentierte der siegreiche Ali Carter. Aber Fakt sei auch, dass er Hendry permanent unter Druck gesetzt habe. Schnell mit 6-2 in Führung legte Carter den Grundstein für seinen Einzug ins Viertelfinale. Beim Stand von 12-4 glaubte selbst Hendry wohl nicht mehr, diesem Spiel noch eine Wendung zu geben. Zwar konnte er noch zwei Frames gewinnen, aber das war nur noch statistische Kosmetik. Hendry könnte jetzt sogar noch aus den Top 8 der Weltrangliste von Stephen Maguire verdrängt werden. Vorausgesetzt Maguire holt den WM-Titel in Sheffield.

Stephen Hendry 6-13 Ali Carter
34-69 (68), 92-0 (92), 98-0, 0-78 (78), 0-72 (72), 52-72 (72), 39-61, 3-136 (111), 1-59,
69-41, 0-66 (66), 0-136 (53, 83), 71-31 (57), 0-61, 0-74, 12-116 (83), 78-1, 65-32, 7-63


Higgins' Durchmarsch
Bislang war es für den Schotten John Higgins eine eher durchwachsene Saison, die er nun aber noch mit einem Titelgewinn in Sheffield vergolden könnte. Beste Chancen dazu hat er. Im Spiel gegen den Iren Fergal O'Brien brillierte Higgins mit zwei century breaks von 135 sowie 100 Punkten und ließ dem Mann aus Dublin keine Chance. "Ich fühlte, dass heute nichts schief laufen würde", sagte der Vierte der Weltrangliste nach seinem Erfolg.

"Noch nie hat das Publikum applaudiert, wenn ich einen Ball verspielt habe", sagte O'Brien etwas betrübt. Aber die Kulisse in Sheffield war eben durch Higgins' Vorstellung in Klatschlaune. "Einige Kumpel haben auf meinen Sieg getippt," scherzte Higgins. Da lag seine Quote noch bei 14-1 auf Sieg; die dürfte sich bei den Buchmachern nach diesem Durchmarsch nun deutlich reduziert haben.

John Higgins 13-4 Fergal O'Brien
6-67 (54), 89-0 (89), 81-21, 28-68, 70-36, 60-20, 52-18, 70-50, 8-109 (85), 67-6,
98-0 (98), 23-68, 75-0, 135-0 (135), 85-0, 120-1 (100), 103-20


28.04.2007
Stevens zu stark für Allen
Nun wieder gegen Shaun Murphy. Und der Waliser Matthew Stevens hat wohl noch eine Rechnung wegen seiner Finalniederlage von 2005 offen. Gegen Mark Allen konnte sich "The Welsh Dragon" schon einmal warm spielen. Der Qualifikant hielt tapfer mit und konnte das Spiel bis zum 9-11 einigermaßen offen gestalten. "Ich habe zwar einige schwarze Bälle vergeben", sagte der nordirische Jungprofi, aber enttäuscht sei er dennoch nicht. Und den Vergleich der centuries gewann Allen jedenfalls mit 2-1. Das war sicherlich nicht sein letzter Auftritt in Sheffield gewesen.

Stevens sieht sich nun im neuen Duell mit Murphy als Außenseiter. "Ich freue mich darauf, und fühle mich stark genug", kündigte er an. Aber um wieder in die Top 16 der Weltrangliste zu gelangen, dürfte der Waliser dieses Spiel auch nicht verlieren.

Matthew Stevens 13-9 Mark Allen
78-1, 83-34 (83), 65-16, 84-21 (56), 18-101 (101), 0-105 (63), 0-118 (118), 112-22 (85),
101-0 (101), 76-9, 71-6, 0-85 (83), 79-57 (73, 57), 1-90 (78), 11-76, 27-64, 92-17,
87-19 (64), 9-98, 30-97, 62-39, 65-1


Ermahnter Sieger
Mit der
11-5 Führung hatte es Stephen Maguire in der Hand dieses Achtelfinale gegen Joe Swail schnell siegreich zu beenden. Aber so ohne weiteres wollte sich Swail noch nicht geschlagen geben: Er eröffnete die letzte Session gleich mit einem break von 82 Punkten. "Hätte ich auch noch zum 9-11 aufgeholt, wäre es vielleicht noch einmal eng geworden", sagte Swail nach dem Match. Aufholjagden liegen ihm eigentlich. Aber heute reichte es nicht mehr gegen Maguire.
Ermahnter Sieger Mit der 11-5 Führung hatte es Stephen Maguire in der Hand dieses Achtelfinale gegen Joe Swail schnell siegreich zu beenden.
Der Schotte ist bereits seit 1997 Profi und hat länger als andere Spieler gebraucht, um so einen WM-Erfolg zu erreichen. Bei diesem Spielverlauf fühlte sich Maguire an die Qualifiaktions-Niederlage zur WM von vor sieben Jahren erinnert, als er eben auch gegen Swail damals mit 9-6 in Führung, doch noch mit 9-10 verlor. "Dieses Spiel hatte mich um Jahre in meiner sportlichen Entwicklung zurückgeworden", erklärte Maguire.

So war seine Freude über den heutigen Spielverlauf nur allzu verständlich, auch wenn er sich für seinen Gefühlsausbruch, die Ermahnungen der Schiedsrichterin Michaela Tabb einhandelte. Vergeben!

Stephen Maguire 13-8 Joe Swail
0-104 (104), 22-70, 85-5, 67-54, 79-19, 75-12 (61), 56-42, 64-29, 56-47, 100-0 (52),
0-81, 9-82 (73), 0-75 (75), 70-35, 80-3, 60-8, 101-0 (101), 6-82 (82), 0-128 (72, 56),
32-86 (77), 80-22, 76-7


Hamilton marschiert weiter
Zum ersten Mal seit 2004 steht Anthony Hamilton wieder im Viertelfinale einer Snooker-WM in Sheffield. Zwei century breaks von 111 sowie 107 Punkten brachten ihn auf Siegkurs gegen Ian McCulloch. Bis zum acht beide war das Spiel bei wechselnden Führungen noch sehr ausgeglichen. Mit einem 91er break im letzten Frame besiegelte Hamilton schließlich die deutliche Niederlage des Weltermeisterbezwingers McCulloch. Die ersten Frames seien schlecht gewesen, urteilte der Hamilton, der seine gute Form erst wieder in den letzten Monaten gefunden haben zu scheint.

McCulloch blieb in seiner Niederlage philosophisch gelassen und erklärte, dass Hamilton zwar nicht so erfolgreich wie der Noch-Weltmeister Graeme Dott spiele, trotzdem sei schwerer zu schlagen. "Ich bin heute von jemanden geschlagen worden, die viel besser gespielt hat als ich!". Mit diesen Worten verabschiedete sich McCulloch aus dem Turnier.

Anthony Hamilton 13-8 Ian McCulloch
8-75 (68), 63-42, 55-79, 69-9 (60), 25-70, 73-57, 55-62, 70-1 (61), 71-20, 72-14,
32-58, 53-64 (64), 64-62 (63), 51-62, 26-74 (56), 61-18, 65-40 (65), 111-0 (111),
54-43, 107-25 (107), 91-5 (91)


27.04.2007
John Parrott wirft das Handtuch
Der Weltmeister von 1991 unterlag dem Weltmeister von 2005

John Parrott wirft das Handtuch Der Weltmeister von 1991 unterlag dem Weltmeister von 2005Bis zum 16. Frame beim Stande vom 8-8 sah alles nach einem knappen Ergebnis aus. Aber dann feuerte Shaun Murphy zunächste mit einem break von 131 Punkten die Bälle in die Taschen und legte im 18. Frame noch ein 60er break nach. Jetzt stand es plötzlich 10-8 für den Weltmeister von 2005. Und im Endspiel des Frame 19 erlaubte sich John Parrott noch einen Fehler auf braun und schenkte Murphy so die 11-8 Führung.

"Es ist schon sehr lange her, dass ich bei einem Spiel so nervös war", gestand Parrott nach seinem Handtuchwurf im letzten Frame. Parrott, der schon mit 0-4 Frames in Rückstand geriet, kämpfte sich immer wieder heran und ließ mit seinem 123 century break zum 8-8 seine Klasse aufblitzen. Logisch sei er über diese Niederlage enttäuscht, verriet Parrott. Aber er habe sich durch zwei Qualifikationsrunden gekämpft und schließlich Steve Davis geschlagen. "Ich kann mich also nicht beschweren", schmunzelte Parrott.

Einen Gang zulegen musste Murphy doch, um den Weltmeister von 1991 aus dem Turnier zu werfen. In der nächsten Runde trifft er nun entweder auf seinen Finalgegner von 2005 Matthew Stevens oder dem WM-Neuling Mark Allen. Und diesen hat Murphy schon beim Malta Cup 2005/206 geschlagen.

Shaun Murphy 13-8 John Parrott
65-32 (55), 66-1 (65), 100-0 (100), 108-24, 34-84, 5-75 (74), 4-83, 75-37, 23-62,
57-23, 61-58, 25-88, 16-91 (68), 80-49, 43-73, 0-123 (123), 131-0 (131), 95-1 (60),
55-52, 65-37, 72-14


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Ronnie O'Sullivan bei den Irish Masters 2004 mehr >>>

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