Snooker WM 2007 - Das Finale | Chapeau Scot | In der langen Nacht von Sheffield wird John Higgins zum zweiten Mal nach 1998 Snooker-Weltmeister

Rüdiger Voßberg - Freier Journalist aus Berlin
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Finale

08.05.2007
Chapeau Scot
In der langen Nacht von Sheffield wird John Higgins zum zweiten Mal nach 1998 Snooker-Weltmeister - Im Finale besiegte er den Qualifikanten Mark Selby mit 18-13

Kurz vor 1 Uhr morgens und nach über 12 Stunden effektiver Spielzeit im Crucible Theater von Sheffield stand fest, der Snookerweltmeister wird auch in dieser Saison aus Schottland kommen. John Higgins übernahm sozusagen den Titel von seinem Landsmann Graeme Dott, der bereits in der ersten Runde die Segel streichen musste. Aber bevor Higgins den WM-Pokal in den Händen halten konnte, stürmte sein 5-jähriger Sohn Pierce die Arena und erklomm stolz seines Vaters Brust. "Ein kommender Champion!", strahlte der 31-jährige Schotte in die Kameras. Es war seine Late-Night-Show.
In der langen Nacht von Sheffield wird John Higgins zum zweiten Mal nach 1998 Snooker-Weltmeister
In der längsten Finalnacht aller Zeiten hatte "The Wizard of Wishaw" seine Nerven im Griff und hielt Mark Selby vor allem in den späten Nachtstunden gekonnt auf Distanz. Obwohl es zunächst schien, dass Higgins noch von einem unerwarteten Desaster erfasst werden könnte. Führte er bereits zu Beginn des zweiten Tages mit 12-4 und alle Zeichen auf einen weiteren Durchmarsch und einem kurzen Finaltag standen, spielte "The Jester (Witzbold) of Leicster" umso gelassen auf und verbannte Higgins vom Tisch in den Sessel.

"Ich hatte doch nichts mehr zu verlieren", erklärte der 23-jährige. Mit einer fulminanten Aufholjagd verzückte Qualifikant Selby das Publikum immer wieder zu Begeisterungsstürmen. Er habe eigentlich nicht mehr daran geglaubt, noch gewinnen zu können. Aber als es nach sechs in Folge gewonnener Frames nur noch 10-12 gegen ihn stand, lag die Sensation in der dicken Theaterluft. Schließlich hatte der Mann aus Leicester Higgins im letzten Jahr mit einem glatten 10-4 aus der ersten Runde geworfen.

"Ich war schon drauf und dran, dass Handtuch zu werfen", sagte der erleichterte Weltmeister, denn Selbys Siegesserie erhöhte den Druck von Frame zu Frame. Aber er konnte den 28. Frame nicht gewinnen. Und Higgins konnte beim Stand von 15-13 für ihn wieder sein sicheres Spiel auf den Tisch bringen. Die letzten drei Frames gehörten dem Schotten. "Es war das beste Spiel meines Lebens!" Dieses wird nun mit einem Scheck über umgerechnet 321.000 Euro vergütet. Der Vizeweltmeister Selby erhält immerhin noch etwa 161.000 Euro.

Mit diesem WM-Titel ist John Higgins nun auch offiziell die Nummer Eins der Weltrangliste. Graeme Dott erzielt mit Platz zwei die höchste Platzierung seiner Profikarriere. Hätte Shaun Murphy den WM-Titel gewonnen, wäre er die Nummer Eins geworden. Wäre! So "nur" Platz drei für ihn. Vor dem Iren Ken Doherty als Vierten der Welt.

Zum ersten Mal nach zehn Jahren fällt Ronnie O'Sullivan aus den Top 4: "The Rocket" nur noch an fünfter Stelle notiert. Mark Selby macht einen großen Sprung und verbessert sich von Platz 28 auf 11. Der 20-jährige Chinese Ding Junhui erklimmt nun den neunten Rang für die nächste Saison. Auch Ryan Day hat nun den komfortablen Status der Top 16 inne. Verloren haben ihn indes Barry Hawkins, Matthew Stevens sowie Anthony Hamilton. Sie müssen sich zukünftig erst in weiteren Qualifizierungsrunden für die Ranglistenturniere behaupten.

Snookerlegende Steve Davis hat sich dieses lästige Schicksal erspart und spielt auch noch im hohen Snooker-Alter von 50 Jahren mit der Weltelite. Darauf sei er sehr stolz, sagte "The Nugget". Und die Erstrunden-Niederlage gegen John Parrott schmerzt ihn nun auch nicht mehr so.

John Higgins 18-13 Mark Selby
73-25, 58-32, 19-95, 25-76 (67), 10-132 (116), 97-0 (97), 98-11, 86-5, 75-0 (75),
85-9 (70), 101-24 (100), 70-61, 59-75 (Higgins 58), 98-0, 78-55 (Higgins 53),
116-0 (106), 36-73, 0-110 (109), 35-65 (65), 4-74 (62), 0-66, 48-72, 81-40,
63-70, 75-2, 22-82, 54-77, 71-33, 57-43 (57), 129-1 (129), 78-1 (78)


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