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Ergebnisse Snooker-WM 2006 >>>
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1/8-Finale

Auf Grund eigener sportlicher Aktivität (London – Edinburgh Bike Ride) konnte ich die Berichte von der Snooker WM 2006 leider nicht komplettieren. Klicken Sie doch zur BBC >>>

24.04.2006
O'Sullivan fast gestrauchelt
Ryan Day brillierte mit erstklassigem Snooker bis zum 18. Frame. Er lag in diesem bereits mit 60:46 Punkten klar vorn; nur noch wenige Bälle, und er würde gar mit 10:8 Frames in Führung gehen. Womöglich das Match für sich gewonnen haben. Doch es kam, was kommen musste. Er verpasste 'pink' und brachte damit Ronnie O'Sullivan wieder ins Spiel. Dieser nahm die Einladung dankend an, gewann vier Frames in Folge und plötzlich stand es 12:9 für den Mann aus Essex. Das Spiel war gekippt. Day verkürzte zwar nochmals um einen Frame, doch der 23. ging wieder an O'Sullivan. Ende.

"Es war wohl zu wenig Kreide im Spiel", analysierte Day seinen verheerenden Fehlstoß, der letztlich zur Wende führte. Dreimal in einem Spiel und zuvor die letzten drei Saisons nicht einmal, haderte der 26-jährige aus Bridgend mit seinem unbarmherzigen Schicksal. Es sei ein sehr hartes Match gewesen, erklärte der zweimalige Weltmeister O'Sullivan. "Ryan hatte seine Chancen, aber er war nicht fähig, mir den Gnadenstoß zu geben!" Mark Williams wird nun seinerseits seine Fähigkeiten im Viertelfinale gegen O'Sullivan beweisen müssen.


Der Drachentöter
Ken Doherty bezwingt Matthew Stevens mit 13:8 – 'Darling of Dublin' entzaubert den 'Welsh Dragon'

'"Viele Leute hatten mich wohl nach dem verpassten schwarzen Ball beim Stande von 8:7 bereits abgeschrieben", mutmaßte der 36-jährige Ire nach dem Spiel. Dabei habe er in der Nacht zuvor einfach nur schlecht geschlafen und dieser Dämmerzustand wirkte noch bis zum 16. Frame. Dann war Ken Doherty plötzlich hellwach, räumte den Tisch fünfmal ab und gewann schließlich gegen den Vizeweltmeister Matthew Stevens mit 13:8.

"Ken hat verdammt gut gepunktet", erklärte der Waliser. Trotzdem war er beim 8:8 noch zuversichtlich. Aber Doherty zerstörte dieses Selbstvertrauen mit hohen breaks von 83, 69, 67 und 63 Punkten. "Ken hat verdient gewonnen", zollte Stevens ihm allen Respekt und wünschte viel Glück für die nächste Runde. Doherty seinerseits machte sich über seinen nächsten Gegner Marco Fu keine Gedanken: "Egal wie der Gegner heißt, man muss sein eigenes Spiel spielen!"


Ebdon poliert Gray
Der Champion von 2002 Peter Ebdon trifft im Viertelfinale auf den Titelverteidiger Shaun Murphy. Ein harmloser David Gray konnte ihm keine Paroli bieten und verließ die WM mit einer schmerzhaften 2:13 Niederlage im Gepäck. Gray, der in der ersten Runde noch Jimmy White aus dem Verkehr gezogen hatte, durchlebte einen Albtraum gegen Ebdon. Sein Fazit: "Ich gab Peter einfach zu viele Chancen!" Das Queue wird er aber trotzdem nicht lange aus der Hand legen und sich auf die nächste Saison vorbereiten.

Die Nummer Sieben der Weltrangliste und mittlerweile in Dubai ansässige Ebdon hofft auf eine Revanche gegen den Weltmeister Murphy. Die beiden Halbfinalisten des letzten Jahres lagen damals bis zum 12:12 gleich auf, bis Murphy schließlich fünf Frames in Folge gewann und als Qualifikant im WM-Finale stand. Auch dieses Jahr werde es sehr schwer sein, ihn zu schlagen, sagte Ebdon. "Aber wir sind Profis und in Sheffield, um den Weltmeistertitel zu gewinnen!" Und zwar ein Spiel nach dem anderen.


23.04.2006
Top Dott
Der Schotte Graeme Dott hat seinen Platz im Viertelfinale mit einem 13:9 Sieg gegen den Hendry Bezwinger Nigel Bond fest gebucht. Der Finalist von 2004 bot dem Publikum im Crucible Theatre eine spannende Partie. Er führte nach der ersten Session mit 10:6, baute diese auf 11:6 aus, bevor Bond mit einem 75er break antwortete und wieder verkürzen konnte. Der Engländer gewann auch den 19. Frame. Aber nach dem 21. Frame und 12:9 in Führung, behielt Dott die Nerven und entschied den letzten Frame mit 60:19 für sich.

"Ich sehe vielleicht nicht glücklich aus", sagte Dott der Presse, "aber ich bin es. Wirklich!" Er sei stolz, der letzte im Turnier spielende Schotte zu sein. Die Nummer 13 der Weltrangliste wird nun in der nächsten Runde gegen den Australier Neil Robertson seinen Platz verteidigen müssen. Der unterlegene Bond war sehr enttäuscht, denn er habe eine einmalige Gelegenheit verpasst, um bei einer Weltmeisterschaft weiter zu kommen, als nur bis zum Achtelfinale. Besonders wenn man in der ersten Runde den siebenmaligen Weltmeister Hendry aus dem Turnier wirft. Ce la snooker!


22.04.2006
Mark ist König
Mit seinem siebenten Sieg in Folge bei einem Weltranglistenturnier zog Mark Williams in die Runde der letzten Acht der Snooker-Weltmeisterschaft von Sheffield ein. Der triumphale 13:8 Erfolg über Mark Selby verschafft Williams nun ein weiteres Match entweder gegen Ronnie O'Sullivan oder Ryan Day. Eine Begegnung mit Day sei ihm lieber, gestand Williams. "Aber wenn man Weltmeister werden will. muss man die besten schlagen, und Ronnie ist der Beste."

Der WM-Titelträger von 2000 und 2003 hatte das Spiel gegen Selby jederzeit im Griff und beendete die erste Session mit einer komfortablen 11:5-Führung. Anschließend hatte Selby zwar drei gute Läufe mit breaks von 90, 71 und 65 Punkten, konnte dadurch die Lücke auf 8:12 etwas schließen, aber der letzte Frame ging in einem zerfahrenen Akt mit 82:60 an den Waliser. "Ich habe die ersten Frames verschlafen", beurteilte Selby selbstkritisch seine Leistung. Diese Nachlässigkeit hat ihm schließlich das Viertelfinale gekostet.


Fu – turistisch
Stephen Maguire bereitete Marco Fu wenig Probleme. Er triumphierte und fegte den Schotten mit 13:4 vom Tisch. Ein century break zum Abschluss des 17. Frame krönte die Leistung des aus Hongkong stammenden Fu. Das Geheimnis seiner zahlreichen und hohen breaks: "Ich greife das Queue jetzt anders als früher." Und das Resultat spricht für diese neue Handhabung. Das Erreichen des Viertelfinales garantiert Fu zusätzlich einen Platz in den Top 32 der Weltrangliste für die nächste Saison. Der Weltranglisten Dritte Maguire folgte nun seinen Leidensgenossen Hendry und Higgins in den saisonalen Feierabend.


Murphys Lauf
Keine Probleme mit den Tischen für den Titelverteidiger – Davis knabbert am fünften Frame

Murphys Lauf Keine Probleme mit den Tischen für den Titelverteidiger – Davis knabbert am fünften FrameDiese Rechnung ging nicht auf. Der sechsmalige Weltmeister Steve Davis wollte sich eigentlich für die letztjährige Viertelfinalniederlage gegen Shaun Murphy revanchieren. Aber dem 48-jährigen Altmeister gelang es nur, die erneute Niederlage gegen den Titelverteidiger knapper zu gestalten. 7:13, drei Frames mehr für ihn im Vergleich zu 2005, aber eben nicht genug, um gegen einen hoch motivierten Murphy zu bestehen.

Nach dem Spiel äußerte sich Murphy verwundert darüber, dass einige Spieler die Tischqualität im Crucible vehement kritisiert hatten. "Man muss den Ball einfach härter treffen", dozierte der Weltmeister in Richtung spielende Konkurrenz.

"Ich bin sehr enttäuscht, dass ich den fünften Frame verloren habe", sagte Davis zerknirscht. Mit einem 2:3 spielt es sich leichter als mit einem 1:4 auf der Anzeigetafel. "Ich will nicht sagen, dass ich daran zerbrochen bin", urteilte Davis, "aber ich hatte lange daran zu knabbern." Heute Abend werde er das Ende der Saison feiern. Und wer weiß, vielleicht spielt Davis ja noch mit 50 Jahren in den Top 16 der Weltrangliste.

Murphy bleibt keine Zeit zum Feiern, trifft er doch im Viertelfinale entweder auf Peter Ebdon oder David Gray. Er fühle sich nun fit für die nächste Aufgabe, sagte Murphy und habe seine Erkältung zu 90 Prozent überwunden. Jetzt regiert wieder der Snooker-Virus in seinem Körper.


21.04.2006
Aussie Power
Mit einem century break ins Viertelfinale – Lee hadert mit seiner Taktik

Neil Robertson - Aussie Power | Mit einem century break ins ViertelfinaleDer Qualifikant Neil Robertson hat als erster Spieler mit seinem 13:9 Sieg über Stephen Lee das Viertelfinale bei der Snooker WM in Sheffield erreicht. Robertson ist damit der erste australische Spieler, der seit den ehrwürdigen Tagen eines Eddie Charlton im Jahre 1983 so weit gekommen ist.

Die 10:6 Führung zu Beginn der letzten Sitzung gab Robertson nicht mehr ab und beendete das Match eindrucksvoll mit einem 102er break. Seine Freude darüber überschwänglich ausdrückend: "Es war ein fantastisches Match!" Und ein stolzer Moment für die Nummer 27 der Weltrangliste.

Der Welsh Open Sieger sah sein "schlechtes taktisches Spiel" als Ursache für diese herbe Niederlage. "Mein Saftey-Spiel war nicht gut genug", konstatierte Lee. Mal einen 100er break zelebriert, und dann wieder totalen Müll fabriziert, habe er. Und dafür hat Lee einen teuren Preis zahlen müssen. "So eine Leistung kann man sich gegen Neil eben nicht erlauben!" Aussie weiter.


Berichte von der Snooker-WM 2007   
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Ronnie O'Sullivan bei den Irish Masters 2004 mehr >>>


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