Snooker WM 2005 - 3. Runde | Endstation Ebdon - Ronnie O'Sullivan mit 11:13 ausgeschieden | Freier Journalist - Berlin - Rüdiger Voßberg

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28.04.2005
Endstation Ebdon
Weltmeister Ronnie O'Sullivan ist ausgeschieden. Mit 11:13 unterlag der Titelverteidiger gestern Abend gegen Peter Ebdon im letzten Viertelfinale der Snooker WM von Sheffield.

"Ich glaube, niemand will das Turnier so sehr gewinnen wie ich", begründete Peter Ebdon seinen Sieg über Ronnie O'Sullivan. Schließlich lag er bereits mit 2:8 und 6:10 gegen ihn zurück. Sein Spiel habe nicht die Qualität eines O'Sullivans, sagte Ebdon, aber er sei verbissener und sehr stolz auf seine Turniervorbereitung. Sie bescherte ihm nun das Halbfinale gegen Shaun Murphy.

Die Aufholjagd begann mit einem zerfahrenen 17. Frame. Breaks zwischen 22 und 60 reichten Ebdon aus, um den Spielverlauf zu seinen Gunsten zu wenden. Ebdon führte jetzt mit 11:10. Beide Spieler machten Fehler. Nichts für schwache Nerven: Im 24. Frame lag Ebdon schon mit 33 Punkten in Führung, als O'Sullivan seine Gelegenheit vergab, den Tisch zum 12:12 abzuräumen. Schließlich profitierte der glücklichere Ebdon beim Safety auf die Farben, versenkte Braun und Blau. Shakehands.

O'Sullivan, der für sein schnelles Spiel berüchtigt ist und nicht zuletzt deswegen auch den Namen "The Rocket" trägt, wurde im Spiel immer frustrierter. Er musste zu oft und zu lang das Spiel im Sitzen betrachten. Peter Ebdon kontrollierte das Geschehen auf dem Tisch und sinnierte oft minutenlang über seinen nächsten Stoß. Einmal benötigte er fast sechs Minuten um ein Break von 12 zu spielen. O'Sullivan schaffte bei der WM 1997 das Maximum von 147 in nur sechs Minuten und vierzig Sekunden.

"Ich werfe ihm seine Spielweise nicht als Absicht oder zerstörerische Taktik vor", erklärte der 29-jährige O'Sullivan. Und ergänzte, wie so oft bei einer Niederlage gegen Ebdon: Peter habe vier Kinder zu ernähren, und das habe er heute Abend gemacht. "Ich bin von meinem Spiel sehr enttäuscht und hatte keinen Spaß mehr daran", resümierte der Weltmeister. Und ab Montag Ex-Weltmeister.


O'Sullivan im Sabbatjahr
"Ich werde nächstes Jahr wohl nicht spielen", konstatierte Ronnie O'Sullivan. Es sei keine spontane und unüberlegte Eingebung, sondern er habe sich schon länger mit dem Gedanken getragen, den Snookerqueue aus der Hand zu legen. Für immer? Ein Jahr Minimum und zu 90 Prozent sicher. "Snooker bereitet mir nicht mehr so viel Freude wie früher", erklärte der Weltmeister. Er könne sich sogar vorstellen, ganz mit dem Profisnooker zu brechen. "Und wenn ich mich von der Szene verabschiede, bleibt für alle, die mich in der Vergangenheit unterstützt haben, ein Platz in meinem Herzen". Goodbye Ronnie?


Mit links ins Halbfinale
Der 33-jährige Ian McCulloch hat zum ersten Mal in seiner Profikarriere das Halbfinale der Snooker WM erreicht. Gegen Matthew Stevens soll es ein ganz normales Spiel werden.

Strahlend, überglücklich und 51.000 englische Pfund sicher. Ian McCulloch nach seinem 13:8 Sieg über den Schotten Alan McManus: "Wer davon überrascht ist, weiß nicht, wie hart ich trainiert habe!" Nach der ersten Woche und den vielen Stunden am Spieltisch fühlt er sich trotzdem nicht ausgelaugt. "Das Halbfinale gegen Matthew ist ein Spiel wie jedes andere", erklärte McCulloch selbstbewusst. Und er kann es kaum abwarten.

McManus, der schon zum 15mal im Crucible Theatre als Snookerprofi auftrat, grämte sich seines mäßigen Spiels. "Selbst als ich im Match mit 5:3 führte, war ich mit meiner Leistung nicht zu frieden". Er sei enttäuscht, weil er nicht so weit kam, wie er wollte. Drei Century Breaks im Verlauf des Turniers für ihn, dass höchste mit 107. McCulloch spielte derer fünf, am meisten von allen Spielern und sein höchstes: 124. Da geht doch noch was.


27.04.2005
Zum Ersten ...
Shaun Murphy schwebt auf Snookerwolke sieben. Der 22-jährige Engländer aus der Nähe von Sheffield hat bislang nie jenseits der ersten Runde bei einer Snooker WM gespielt. Nun steht er im Halbfinale.Shaun Murphy schwebt auf Snookerwolke sieben

Mit einem beeindruckenden 13:4 Sieg über den sechsfachen Weltmeister Steve Davis gilt Shaun Murphy jetzt als Favoritenschreck. Oder ist schon selbst ein Favorit geworden. Zuletzt hatte Steve Davis so eine ähnlich hohe Niederlage in Sheffield mit 3:13 gegen den Iren Ken Doherty im Jahre 1997 erlitten. Und Doherty wurde später auch Weltmeister. Ein gutes Omen für Murphy.

"Ich glaube, dass ich das Turnier gewinnen kann", sagte Murphy vorsichtig. Davis antwortete, dem würdigen Snookeralter von 47 Jahren sehr philosophisch, dass er nur einfach die Freude am Spiel genießen wollte. "Ich bleibe auch im nächsten Jahr in der Weltrangliste unter den ersten 16". Was will Mann mehr.

Davis spielte in seiner Karriere 26mal bei Weltmeisterschaften; das erste Mal 1981. Da war Murphy noch gar nicht geboren. Im Alter von neun Jahren rannte der kleine Shaun noch die Straßen hinunter, um unbedingt ein Autogramm seines Idols zu ergattern. Weltmeister Ronnie O'Sullivan könnte eine ähnliche Geschichte erzählen.


... und zum fünften Mal
In einem abwechslungsreichen Match hat der Waliser Matthew Stevens über den Schotten Stephen Hendry mit 13:11 die Oberhand behalten. Stevens bestreitet nun sein fünftes Halbfinale bei einer Snooker WM in Sheffield.

Stevens führte schon mit 5:1, als der siebenfache Weltmeister Hendry sechs Frames in Folge gewinnen konnte. Dennoch konnte Stevens noch beim 9:11 Rückstand die tückischen Fehler Hendrys nutzen, um das Match für sich zu entscheiden. "Ich will jetzt mindestens das Finale erreichen", konstatierte der 27-jährige Snookerprofi nach seinem Sieg. Es sei heute zwar nicht das schönste Spiel für die Zuschauer gewesen, aber immerhin ein spannendes.

Nur wer sein bestes Snooker spielt, könne bei der WM bestehen, realisierte der enttäuschte Hendry seine Niederlage. "Beim 11:9 hatte ich die Chance diesen Frame auch zu gewinnen, aber verpasste Pink vom Spot", klagte der Schotte. Ähnlich auch im nächsten Frame. "Ein Mangel an Konzentration und frustrierend zugleich", resümierte Hendry und ging.


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