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Snooker WM 2005 - 2. Runde | Peter Ebdon fixiert die Rakete | Freier Journalist - Berlin - Rüdiger Voßberg

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25.04.2005
Ebdon fixiert O'Sullivan
Peter Ebdon hat 10 der letzten 11 Frames und das Match gegen Stephen Lee mit 13:9 gewonnen. Genügend Schub für die nächste Stufe.Genügend Schub für die nächste Stufe

Das Rezept solcher Siege? "Jeden Tag eine Meile schwimmen!" Der 35-jährige Peter Ebdon Champion von 2002 fühlt sich fit für sein Viertelfinale gegen den Weltmeister Ronnie O'Sullivan. Lag Ebdon doch schon mit 3:8 gegen Stephen Lee im Rückstand. "Es war einfach nur peinlich", gestand der vierfache Vater. Aber schließlich wurde es der beste Sieg seiner Karriere, und ließ einen verdatterten Lee zurück.

"Für diesen Verlust müsste ich eigentlich gehängt werden", kommentierte der niedergeschlagene Lee. Vielleicht hätte er vor der Partie O'Sullivans Biographie lesen sollen. Denn dieser schreibt über Ebdon, Peter wisse nie, wann er verloren hat. Jetzt weiß er es wohl.


Der Mann, der mit den Bällen redet
Ian McCulloch hat durch seinen 13:12 Sieg über Mark Williams das Viertelfinale der Weltmeisterschaft erreicht. Zum zweiten Mal in Folge. Auch gegen den Schotten Alan McManus wird er nicht mit Frames geizen.

"Ich bin ein guter Verlierer, aber Ian hatte verdammt viel Glück im letzten Frame", bilanzierte der entäuschte Mark Williams nach seiner knappen Niederlage. Williams führte bereits mit 11:9 Frames, aber der Weltranglisten Zweite und zweimaliger Weltmeister verspielte seinen Vorteil gegen die Nummer 17 Ian McCulloch.

Williams hatte in dieser Saison nur ein Halbfinale erreicht, und es wird kein zweites hinzukommen. McCulloch hat seine Chance noch, muss dazu aber Alan McManus schlagen. "Das wird auch ein knappes Spiel", prophezeite der 33-jährige Engländer. "Und ich werde weiter mit den Bällen reden!"


Murphys Aufstieg
Bei den British Open im letzten November gewann John Higgins noch mit 6:0; heute ist er dem "shooting star" Shaun Murphy mit 8:13 unterlegen. "The Wizard of Wishaw wurde entzaubert.

Zweimal in seiner Karriere konnte sich Shaun Murphy zuvor für die Weltmeisterschaften qualifizieren und schied jedesmal in der Erstrunde aus. Dieses Jahr läuft es besser: Zwei Siege - Viertelfinale. Gegner: Steve Davis. "Gegen Steve habe ich auch schon gewonnen", sagte Murphy mit Blick auf das kommende Match. "Warum auch nicht hier?"

Obwohl er seine eigenen Ziele zu Beginn des Turniers pragmatischer definiert hatte. "Ich wollte nur nicht stürzen", sagte der 22-jährige Engländer. Denn er trage neue Schuhe und die Stufen im Crucible Theatre seien doch sehr rutschig. In der Arena stürzte jedoch John Higgins ab. "Nachdem 4:1 spielte Shaun ein fantastisches Snooker", erklärte der 30-jährige Schotte. Hut ab zur nächsten Runde.


Nur ein laues Lüftchen
Jimmy Whites Träume vom ersten Weltmeisterschaftstitel seiner langen Profikarriere sind für dieses Jahr geplatzt. Beim 5:13 gegen Matthew Stevens war Schluss mit lustig. Ein Albtraum.

"Neun Frames in Folge zu gewinnen, sind keine einfache Sache", erläuterte "Wirbelwind" White anschließend. Aber er hielt es dennoch für möglich. "Ich habe heute zeitweise wirklich grausam gegen Matthew gespielt", ärgerte sich der ewige Zweite von Sheffield. Trotzdem hofft White, auch in der nächsten Saison wieder zu den besten acht Spielern in der Welt zu zählen. "Ich bleibe noch bis zum Finale", sagte White. Auf der Tribüne.

Matthew Stevens steht derweil auch bei den Buchmachern hoch im Kurs und trifft nun im Viertelfinale auf den Schotten Stephen Hendry. "Ich habe ihn auch schon einmal 13:5 geschlagen", erklärte ein selbstbewusster Stevens. Gestand aber gleichzeitig ein, auch in der Höhe gegen ihn verloren zu haben. Hendry sei nach Ronnie O'Sullivan der zweitbeste Spieler", sagte Stevens. "Ich muss die Bälle perfekt treffen, um gegen ihn zu bestehen."


23.04.2005
"Sheffield ist eine Droge"
Der Weltmeister von 1997 Ken Doherty hat seine Siegeschance gegen Alan McManus vergeben. Fünf gewonnene Frames des Iren zum 10:8 reichten gegen den Schotten nicht aus.

"Ich habe zu viele Fehler gemacht", sagte ein enttäuschter Doherty nach der Partie. Ein Wechselbad der Gefühle sozusagen: 3:5 hinten, 10:8 vorne und am Schluss doch nur der Verlust des Achtelfinales. Immerhin: Rund 23.000 Euro erhalten alle Verlierer dieser Runde. Wohl nur ein schwacher Trost für den Mann aus Dublin.

"Ich hatte Glück, dass Ken seine Möglichkeiten vergab", erklärte McManus und freut sich auf das nächste Spiel gegen Mark Williams oder Ian McCulloch. Die Atmosphäre des Crucible Theatres in Sheffield sei wie eine Droge, sagte McManus. Und vielleicht trägt sie ihn gar in das Snookerfinale. Ohne doping.


Davis' CoupSteve Davis im Viertelfinale von Sheffield 2005
Nach neun Jahren hat Steve Davis wieder ein Viertelfinale der Snooker WM in Sheffield erreicht. Fünf Frames in Folge brachten die Wende beim 13:10 Triumph über Michael Holt.

Er ist zwar nicht mehr der jüngste, aber auch nicht der älteste Spieler, der das Viertelfinale von Sheffield erreicht hat. Ray Reardon, heutiger Trainer und Mentor von Ronnie O'Sullivan, war bereits 52 Jahre alt, als er sein letztes Viertelfinale spielte. Davis (47) trifft nun auf Shaun Murphy oder John Higgins. Danach sah es lange Zeit nicht aus. "Ich musste gewinnen, um unter den Top 16 Spielern zu bleiben", analysierte Davis seine Strategie.

Aber ganz so einfach war sie nicht. Holt führte bereits klar mit 8:2 und 10:8 Frames, ehe der Altmeister geduldig konterte. "Beim 8:3 habe ich den schwarzen Ball auf seinem Spot verpasst, und das nervt mich sogar jetzt noch", klagte ein sichtlich deprimierter Holt nach seiner Niederlage. Auch Davis hat in seiner langen Karriere sicher geglaubte Spiele noch verloren. "Ich weiß, wie Michael sich jetzt fühlen muss", tröstete der sechsfache Weltmeister.


Kahler Kopf – Cooler Kopf
Ronnie O'Sullivan hat sich keine Blöße beim 13:7 Sieg über Allister Carter gegeben. Im Prinzip. Der Titelverteidiger blieb auch ohne Kopfhaare im elften Spiel eines Profiturniers in Folge siegreich.

Er habe sich mit langen Harren in den Fernsehbeiträgen "als zwielichtig" empfunden, sagte O'Sullivan, so fielen sie kurzerhand dem Rasiermesser zum Opfer. Zum Snookeropfer seiner Queuekunst wurde dann auch Ali Carter, der noch bis zum 6:6 dem Weltmeister kräftig Paroli geboten hatte. Aber die letzten vier Frames musste er das Match überwiegend im Sitzen verfolgen. O'Sullivan spielte sein 125er Break im entscheidenden Frame gar mit links. Im wahrsten Sinne.

Gleichwohl O'Sullivan in diesem Jahr einige Turniere gewonnen hat, Spaß gemacht habe es ihm "nicht so richtig", sagte der 29-jährige Engländer. Trotzdem möchte er auch noch in zehn oder 12 Jahren um den Weltmeistertitel spielen. Das ist für Carter in diesem Jahr nun endgültig vorbei.


22.04.2005
Hendry stürmt ins Viertelfinale
Der siebenfache Weltmeister hat seinen Gegner Anthonny Hamilton mit einem beeindruckenden 13:3 vom Tisch gefegt. Zur Belohnung gibt es für den Schotten einen Ruhetag.

"Ich spiele nicht so gut wie beim China Cup", nörgelte Stephen Hendry am glanzvollen Sieg herum. Es falle ihm schwer, sich bei einer deutlichen Führung kurz vor dem Sieg noch zu konzentrieren. Hendry zeigte sich auch schwer beeindruckt vom Maximum Break seines Freundes Mark Williams. "Ich möchte sein Gesicht sehen, wenn noch ein Spieler die 147er Marke erreicht", scherzte der gut aufgelegte Hendry.

Hamilton muss jetzt um seinen Weltranglistenplatz 16 bangen. Er würde von einer Niederlage Steve Davis', Ali Carters und Ian McCullochs profitieren. "Ich hoffe, dass sie alle verlieren", frotzelte der Mann aus Nottingham nach dem Spiel. Was bleibt ihm auch anderes übrig?


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