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Snooker WM 2005 - 1. Runde | Graeme Dott - Aus und vorbei gegen Ian McCulloch | Freier Journalist - Berlin - Rüdiger Voßberg

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Ergebnisse Snooker-WM 2005 >>>

Runde 1

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22.04.2005
Aus für den Vize-Weltmeister
Graeme Dott hat in seinem Match gegen Ian McCulloch nur einmal geführt: mit 9:8. Dennoch erreichte McCulloch als letzter Spieler das Achtelfinale. Mit links.

"Ich habe in dieser Saison schon einige unnötige Niederlagen kassiert", erklärte McCulloch nach dem Spiel. Und auch diesmal bahnte sich ein Verlust an, obwohl er zwischenzeitlich deutlich mit 4:0, 7:3 und 8:5 in Führung lag. Aber der Linkshänder aus Lancaster ließ sich nicht irritieren und gewann mit etwas Glück das letzte Spiel der ersten Runde.

"Es ist hart, so zu verlieren", resümierte Dott, der noch letztes Jahr im Finale gegen Ronnie O'Sullivan chancenlos mit 8:18 den Queue einpackte. McCulloch kann es jetzt kaum erwarten, gegen Mark Williams "best of 19" zu spielen.


21.04.2005
Ebdon siegt programmgemäß - Nächste Runde gegen Stephen Lee
Noch ein Australier vom Tisch gefegt: Quinten Hann unterlag gestern dem 2002 Champion Peter Ebdon chancenlos mit 2:10. Nach seiner Weltreise zur Weltmeisterschaft via Peking, Melbourne und London musste Hann mit dem Queue eines Freundes spielen, weil sein eigener die Strapazen nicht überstanden hatte. "Es sind zwar identische Queues", erklärte Hann, aber er habe mit dem Ersatzqueue noch nie gestoßen. Er wird es wohl auch nie wieder machen.

Ebdon stößt nun in der nächsten Runde auf Stephen Lee. Ein schwerer Brocken, in der Tat. Lee bugsierte Tony Drago mit einem kräftigen 10:5 Handstreich aus dem Turnier um die Snookerkrone. Zuletzt trafen Ebdon und Lee vor vier Jahren in Sheffield aufeinander. Legendär: Denn damals freute sich Ebdon diebisch über seinen matchentscheidenden Stoß und verletzte mit seinem Verhalten die Snookeretikette. "Peter hatte sich zwar entschuldigt", sagte Lee, aber Ebdons Jubelschrei geisterte noch einige Monate in Lees Gedanken herum. Allerdings: Seither hatte Ebdon gegen Lee nicht mehr gewonnen.


20.04.2005

der zweifache Weltmeister Mark Williams in Sheffield 2005

Marks Maximum I.
Der zweifache Weltmeister Mark Williams aus Wales ist der 51. Spieler in der Geschichte des professionellen Snooker-Sports, der ein 'Maximum Break' gespielt hat; und zwar im letzten Frame beim 10:1 gegen Robert Milkins.

Als Williams den schwarzen Ball zum 147sten Punkt einlochte, erschallte grenzenloser Jubel im ausverkauften Crucible Theatre. Tony Drago und Stephen Lee unterbrachen ihr Match am Nachbartisch, um dem 30-Jährigen zum ersten 'Maximum Break' seiner Laufbahn zu gratulieren. "Ich kann kaum glauben, wie gelassen ich in der Arena gespielt habe", erklärte Williams nachher.

Vorher nutzte er einen Fehler von Milkins, formierte die Bälle ideal und spielte einen roten, den schwarzen, einen roten, den schwarzen bis zum Triumph und zum 215.000 Euro Scheck. Der höchste Einzelgewinn nach dem Weltmeistertitel für den es rund 366.000 Euro gibt. Aber nur für einen!


Nur ein kurzer Höhenflug
Eine Überraschung lag in der Luft von Sheffield, aber eben nur in der Luft. Schließlich hat Stephen Hendry den Australier Neil Robertson auf dem grünen Tuch mit 10:7 ins Snooker outback geschickt.

Nach der ersten Session führte Hendry bereits mit 7:2, als Robertson seine Aufholjagd begann. "Ich war doch sehr überrascht, wie schnell ich gestern davon ziehen konnte", sagte der 36-jährige Malta Cup Champion. Heute hatte der Australier einen besseren Lauf erwischt. Der 23-jährige Sheffield Debütant produzierte gar ein 'Century Break' von 110 Punkten.

Vor zwei Jahren wollte sich Robertson noch aus der Profiszene verabschieden, weil er mit Snooker weniger Geld erspielte, als er zum Lebensunterhalt benötigte. "Mein Vater hat mich damals überredet, weiter zu machen. Darüber bin ich sehr froh!" Und Hendry freut sich vermutlich auf seine nächste Partie gegen Hamilton am Donnerstag.


Ein verschnupfter Wirbelwind
Mit einem 10:5 Sieg gegen Fergal O'Brien hat Jimmy White das Achtelfinale von Sheffield erreicht. Sechsmal stand er hier bereits im Finale. Und sechsmal hat er verloren.

Jimmy White will es noch einmal wissen, und es wäre sein schönstes Geburtstagsgeschenk, wenn er zum ersten Mal in seiner Karriere am 2. Mai das Endspiel siegreich beendet. Im Alter von 43 Jahren. Den Grundstein dafür hat der Publikumsliebling gestern vormittag gelegt. Nach einer fulminanten 8:1 Führung konnte sich sein Gegner Fergal O'Brien zwar noch einmal berappeln und auf 5:9 verkürzen, aber am Ende glänzte White.

"Ich hatte die letzten Tage mit einer Erkältung zu kämpfen", erklärte der Londoner, glaubte aber trotzdem an seinen Sieg. "Wenn nicht, könnte ich ja gleich schlechtes Golf in Spanien spielen!" Hoffentlich zeigen sich die Bakterien in Whites Körper nicht so widerstandsfähig wie Matthew Stevens, auf den "der Wirbelwind" am Samstag Nachmittag trifft.

Der Kurzarbeiter
John Higgins machte kurzen Prozess und kannte keine Gnade bei seinem 10:5 Sieg gegen Mark Selby. Higgins brillierte und spielte auch die bislang höchsten Breaks mit 138 bzw. 136 Punkten. 14.000 britische Pfund Preisgeld sind dafür ausgesetzt. Aber Higgins ist überzeugt, dass seine Serie dafür nicht reichen wird. "Weit über 140 Punkte müssen es wohl sein". Maximal 147, und dann ist eine Prämie von 147.000 britischen Pfund fällig. Selby kassierte für seine Niederlage rund 17.500 Euro.

Mit Sicherheit gegen Ronnie O'Sullivan
Qualifikant Allister Carter trifft in der nächsten Runde auf den Titelverteidiger Ronnie O'Sullivan. Ermöglicht hat das sein 10:4 Sieg gegen Marco Fu aus Hong Kong. Sein erster Sieg in Sheffield überhaupt. Und mit Blick auf das Achtelfinale gegen den Weltmeister gibt sich der 25-jährige Carter optimistisch: "Ich habe schon im Training gegen Ronnie knappe Resultate gespielt".


19.04.2005
Der Serienspieler
Nach einem 2:5 Rückstand gewann der Ire Ken Doherty 8 Frames in Folge gegen Barry Pinches. Das war kein Einzelfall.

Denn ein ähnliches Kunststück brachte Doherty schon einmal fertig, als er im Viertelfinale von 2003 gegen John Higgins gar 10 Frames nacheinander gewann. "Das war heute Abend mein bestes Snooker der letzten zwei Jahre", resümierte der erfolgreiche Doherty. Seine brillante Aufholjagd krönte er mit einem 109er Break.

Symptomatisch für das Spiel von Pinches in der Abendsession war sein Queuewackler im letzten Frame, als er den weißen Ball touchierte und dafür ein Foul kassierte. Doherty spielt in der nächsten Runde gegen Alan McManus, und Pinches hat jetzt mehr Zeit für Fußball in Norwich.

Der Debütant
Michael Holt ist zum ersten Mal dabei und hat gleich in der ersten Runde einen Titelaspiranten der Buchmacher, nämlich Paul Hunter, mit 10:8 aus dem Turnier gestoßen. Eine Überraschung vielleicht nur auf dem ersten Blick. Denn bei Hunter wurde erst kürzlich eine Krebserkrankung diagnostiziert. Das Publikum in Sheffield und die beiden Kontrahenten am zweiten Tisch Jimmy White und Fergal O'Brien applaudierten lange bei Hunters Auftritt in der Arena. "Ich war wirklich zu Tränen gerührt", sagte der Lokalfavorit aus Leeds. "Die Snookersaison ist jetzt für mich beendet und nun beginnt die Chemotherapie."

Der Sieger
Shaun Murphy ist sein erster Sieg bei den Embassy World Championship in Sheffield gelungen: Glatt mit 10:5 gegen Chris Small. "Fühlt sich gut an", strahlte der 22-jährige Murphy nach seiner Premiere. "Es war eine grauenvolle Saison für mich", klagte Small. Der 31-jährige scheut im Frust der Erstrundenniederlage bereits die Qualifikation für Sheffield im nächsten Jahr. Zeit zum Aufhören? "Der Sommer wird's zeigen." Und tschüß!


18.04.2005
Sein Name ist Davis – Steve Davis
Sein Name ist Davis – Steve Davis
Neunundzwanzigmal hat ein Snooker-Weltmeister den Nachnamen Davis getragen; sechsmal den Vornamen Steve dazu. Und vielleicht in diesem Jahr auch zum siebten Mal.

Steve Davis ist mit seinen 47 Jahren nicht nur der älteste Spieler des Turniers, sondern wahrscheinlich auch einer der geduldigsten. Und Geduld ist die göttliche Gabe, die den Altmeister kurz vor Mitternacht mit 10:9 gegen Gerard Greene ins Achtelfinale des Snookerolymps von Sheffield trug. "Keiner von uns beiden hat den Sieg verdient", urteilte Davis weise. Ein Glücksstoß auf den gelben Ball brachte ihn im entscheidenden Frame wieder ins Spiel. "Wenn man älter wird, ist das mit den Nerven so eine Sache; gut, wenn man dann noch einige Tricks auf Lager hat", schmunzelte der Sieger.

Der unterlegene Greene trauerte unterdes um seine vergebenen Möglichkeiten: "Meine Nerven haben versagt". Und seine Trick- und vor allem seine Glückskiste waren leer. Lucky Steve Davis trifft nun entweder auf Paul Hunter oder Michael Holt. Und mit Pastor Flieges Segen wird auch diese Partie ein Geduldspiel.

Matthew Stevens hat die Nase voll
"Ich habe es satt, gut zu spielen und trotzdem das Halbfinale oder das Endspiel zu verlieren", konstatierte der 27-jährige Waliser nach seinem deutlichen 10:5 Sieg gegen Andy Hicks. Im Jahr 2000 spielte Stevens sein einziges Finale gegen Mark Williams. Und verlor. Knapp mit 16:18. Aber das soll in diesem Jahr anders werden. "Ich will das Turnier gewinnen", forderte Stevens kämpferisch. Diese Chance hat Hicks gestern verspielt. "Die beste Profisaison meiner bisherigen Karriere ist nun beendet". Ce la vie.

Der Marathonmann
Seit zwölf Jahren ist er beständig unter den Top 16 Spielern: Alan McManus aus Glasgow. Und nach seinem 10:9-Sieg gegen Drew Henry wird das zunächst auch so bleiben. Henry spielte zwar mit 128 Punkten das aktuell höchste Break des Turniers, aber das reicht eben nicht zum Sieg. Zum Trost für den Verlierer: Ein Schotte spielt mindestens weiter.

Der Sprinter
Zwölf Minuten und ein 72er Break im 18. Frame genügten Anthony Hamilton zum Sieg gegen David Gray. Schon dreimal seit dem Jahr 2000 stand der Londoner in einem Viertelfinale. Auf seinem Weg dorthin muss Hamilton nun im nächsten Spiel Stephen Hendry oder Neil Robertson schlagen. Möglichst schnell.


17.04.2005
"Die Rakete" zündet spät
Titelverteidiger Ronnie O'Sullivan hat bei der Snooker-WM in Sheffield die erste Runde nur denkbar knapp gegen seinen Angstgegner Stephen Maguire mit 10:9 überstanden.

Maguire führte bereits mit 9:7 Frames und 54 Punkten. Der Schotte musste nur noch den schwarzen Ball lochen, um den Sack endgültig zu zumachen. Mit einem eigentlich einfachen Stoß: schwarz vom Aufsetzpunkt ins Eckloch befördern. Eigentlich. "Ich bin immer noch geschockt", sagte der 24-jährige Glasgower nach dem Match. Denn dieser Fehler gegen Ronnie O'Sullivan beendete für ihn die Weltmeisterschaft im Crucible Theatre in Sheffield. "Ich dachte, ich hätte das Spiel gewonnen", haderte Maguire mit seinem unbarmherzigen Schicksal. Ein Fehler zu viel gegen den Weltmeister.

"Etwas mulmig war mir schon zumute", erklärte O'Sullivan. Nach seiner zwischenzeitlichen 6:4 Führung konnte Maguire überraschend 4 Frames in Folge gewinnen und sah mit 8:6 bereits wie der sichere Sieger aus. Erst recht beim 9:7 für ihn. Zuletzt im Jahr 2000 schied Stephen Hendry als Titelverteidiger bereits in der ersten Runde aus. Aber diese bittere Erfahrung blieb Ronnie O'Sullivan erspart.

"Ich muss mein Spiel auf jeden Fall noch steigern", erklärte der 29-jährige Engländer, "dann habe ich eine reelle Chance, den Titel auch zu verteidigen." Und wenn nicht, bleibt nur die Außenseiterchance. Aber genügend Kopfhaare zum Raufen hat Ronnie O'Sullivan ja wieder. Vielleicht schon in der nächsten Runde gegen Marco Fu oder Ali Carter. Und bis zum 2. Mai bleibt "The Rocket" auch der Snooker Weltmeister.


Berichte von der Snooker-WM 2007   
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Ronnie O'Sullivan bei den Irish Masters 2004 mehr >>>


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