Schlagzeilen 2007 | Seuchengefahr nimmt zu | Pilz auf Schlittschuhen | Australien vertrocknet

Rüdiger Voßberg - Freier Journalist aus Berlin
bringt aktuelle und archivierte Artikel,
seinen Blick durch den LOMO-Sucher
sowie LINKS zur Presse für die Ungeduldigen

[ Home | Wissenschaft | Reiseberichte | Kultur | Multimedia | Lokales | Lomografien ]
[ Schlagzeile | Snooker-WM 2008 | Presse-LinksImpressum ]

Redaktion: Schlagzeile Archiv 2007

11.12.07
Seuchengefahr nimmt zu
Vogelgrippe, Sars, Ebola, Affenpocken - immer mehr Krankheiten werden von Tieren auf Menschen übertragen. Eingriffe in das ökologische Gleichgewicht sind offenbar die Ursache für das vermehrte Auftreten dieser Krankheiten, berichtet National Geographic in der Januar-Ausgabe. Die gefährlichsten Krankheitserreger sind Viren, denn sie sind gegen Antibiotika immun und entwickeln rasch neue Varianten. Wissenschaftler konnten jetzt für einige Seuchen nachweisen, dass Flughunde und Fledermäuse als Virenwirt dienen und Auslöser für die Übertragung der oft tödlichen Erreger von Tier zu Mensch sind. Zahlreiche Erreger werden aber auch umgekehrt vom Menschen auf Tiere übertragen, darunter Masern und Kinderlähmung. Einzig die Wiederherstellung des ökologischen Gleichgewichts könnte die Seuchengefahr künftig deutlich reduzieren.

30.11.07
Pilz auf Schlittschuhen
Hygienische Mängel hat eine Untersuchung von Leihschlittschuhen aus fünf nordrhein-westfälischen Eissporthallen aufgedeckt. In jeder zweiten Stichprobe wurde Pilzbefall festgestellt. In jeder zweiten der vom WDR-Wirtschaftsmagazin markt xl in Auftrag gegebenen Stichproben fand der Berliner Infektionsepidemologe Hans-Jürgen Tietz einen Befall mit Fuß-, Nagel- oder sogar Vaginalpilzen. Für die Untersuchung waren in Dortmund, Düsseldorf, Duisburg, Essen und Oberhausen insgesamt 25 Wischproben genommen worden.

14.09.07
Australien vertrocknet
Bis zum Jahr 2070 könnte die durchschnittliche Temperatur in Australien um fünf Grad ansteigen. "Einige Klimaveränderungen sind für Australien sicherlich unausweichlich, also müssen wir uns den Auswirkungen anpassen", sagt Penny Whetton Klimatologin der Wissenschaftlichen und Industriellen Forschungsorganisation des Commonwealth (CSIRO). Einigen Teilen des Kontinents drohen 80 Prozent mehr Trockenheit, sollte der Ausstoß von klimaschädlichen Treibhausgasen nicht drastisch reduziert werden. Im Extremfall hätte die nordaustralische Stadt Darwin bis zu 230 Tage über 35 Grad pro Jahr. Derzeit sind es durchschnittlich elf.

12.07.07
Smog als Klimadoping
Die bräunliche Smogwolke über dem Indischen Ozean ist nach einer neuen Studie in beträchtlichem Maße mitverantwortlich für die globale Erwärmung. Die Luftverschmutzung in der Region habe die Erwärmung der Atmosphäre deutlich gesteigert, berichtete das Team um den US-Klimaforscher Veerabhadran Ramanathan nach Messungen vor Ort im März 2006. Die brauen Wolke habe auch etwa die Hälfte des Temperaturanstiegs ausgemacht, der in den vergangenen Jahrzehnten für das Schmelzen der Himalaya-Gletscher verantwortlich gemacht worden sei.

19.04.07
Deutsche Dreckschleudern
Deutsche Kohlekraftwerke zählen zu den größten Dreckschleudern in der Europäischen Union (EU). Zu diesem Ergebnis gelangt eine Untersuchung des Öko-Instituts, die im Auftrag des World Wide Fund For Natur (WWF) erstellt wurde. Von den Flop-30 der EU stehen demnach allein zehn in Deutschland. Das dreckigste Kraftwerk überhaupt steht in Griechenland. Pro Kilowattstunde gelieferten Stroms bläst es etwa 1.350 Gramm Kohlendioxid in die Luft.

Sechs der zehn EU-weit giftigsten Braunkohlekraftwerke qualmen demnach auf deutschen Boden. Mit dem dritten Platz auf der EU-Negativ-Rangliste ist das vom Energieversorger RWE betriebene Braunkohlekraftwerk Niederaußem im Rheinland in der Republik die größte Dreckschleuder. Weitere RWE-Braunkohlekraftwerke in Frimmersdorf, Weisweiler und Neurath belegen die Plätze fünf, sechs und sieben. Zwei Vattenfall-Braunkohleanlagen im brandenburgischen Jänschwalde und im sächsischen Boxberg stehen auf Platz vier beziehungsweise zehn der EU-Liste.

17.03.07
Treibhausgase machen Muscheln mies
Eine Forschergruppe unter Leitung von Frédéric Gazeau vom niederländischen Institut für Ökologie fand heraus, dass bei einer Verdoppelung der Treibhausgas-Belastung die Geschwindigkeit der Schalenbildung bei Muscheln um 25 Prozent zurückgeht, bei Austern um zehn Prozent. Dieses Phänomen könnte das Überleben der Larven gefährden, heißt es in einer Studie, die in der Wissenschaftszeitung "Geophysical Research Letters" veröffentlicht wurde. Treibhausgase führen zu einer Übersäuerung der Meere; diese verzögert wiederum die Bildung der aus Kalk bestehenden Schalen von Muscheln und Austern. Der Studie zufolge absorbieren die Ozeane weltweit täglich rund 25 Millionen Tonnen CO2, das durch menschliche Aktivität produziert wird.
26.02.07
Tod den Glühlampen
Die Aussies wettern gegen die Glühlampe! Zugegeben, der Glühdraht wird heißer als hell. Aber gleich gesetzlich verbieten und durch Energiesparlampen ersetzen? Wer kennt schon die Ökobilanz des leuchtenden Sondermülls aus Quecksilber und Elektronik? Einer der größten CO2-Sünder der Welt will als erstes Land der Welt den Einsatz des Glühklassikers verbieten. Wenn es nicht so ernst um den Planeten stünde, könnte man glatt schmunzeln: Australien lehnte seinerzeit als einziges Industrieland neben den USA das Kyoto-Protokoll zur Reduzierung der Treibhausgase ab. Ein Land, dessen Bewohner morgens in klimatisierten Autos zum klimatisierten Arbeitsplatz fahren, die in klimatisierten Einkaufstempeln das eiskalte Bier besorgen, um sich abends in der klimatisierten Wohnung den Durst zu löschen. Big deal! Die Glühlampenkiller handeln gerade so, als wollte der Notarzt seinem todkranken Patienten zunächst die Fingernägel beschneiden. God bless Australia!

02.02.07
Wüste bei Berlin
Wüste bei BerlinDer Leiter des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung, Hans Joachim Schellnhuber zeichnet ein düsteres Bild der Klimaveränderung für Deutschland. Bei ungebremstem Klimawandel gebe es in diesem Jahrhundert in Ostdeutschland die Tendenz zur Versteppung. Bei einem Schreckensszenario von einer Erderwärmung um fünf Grad Celsius könne die Sahara bis nach Berlin reichen. Der Meeresspiegel werde bis Ende des Jahrhunderts im Extremfall um zwei Meter steigen. Dadurch könnten Inseln verschwinden. "Wenn sich der Klimawandel unvermindert fortsetzt, kann dieses Szenario Wirklichkeit werden", warnt der Klima-Chefberater der Bundesregierung.

05.01.07
Hitzerekord in 2007
Dieses Jahr könnte ein sehr heißes werden; zumindest das Wärmste seit Beginn der Aufzeichungen. Es bestehe eine 60-prozentige Chance, dass der Rekord der weltweiten Durchschnittstemperatur der Erdoberfläche von 1998 übertroffen werde, berichteten Klimaforscher des Meteorologischen Dienstes und der Universität von East Anglia. Nach ihren Berechnungen könnte die durchschnittliche Temperatur der Erdoberfläche des Jahres 2007 um 0,54 Grad Celsius über dem langfristigen weltweiten Mittelwert von 14 Grad liegen. Das wären dann 0,02 Grad über dem Rekord von 1998. Neben den Auswirkungen der Treibhausgase auf die Erwärmung der Erdatmosphäre sehen die britischen Wissenschafter ein weiteres stark ausgeprägtes Niño-Phänomen als Hauptursache an.

Archiv 2006 >>>
Archiv 2005 >>>
Archiv 2004 >>>
Archiv 2003 >>>

oben    

© 1996-2016

SEO Berlin