Schlagzeilen 2005 | Ein heißes und teures Jahr | Schiffslärm schlägt Walen aufs Gehör | Asiatische Laubholzbockkäfer fressen sich durch | Freier Journalist - Berlin - Rüdiger Voßberg

Rüdiger Voßberg - Freier Journalist aus Berlin
bringt aktuelle und archivierte Artikel,
seinen Blick durch den LOMO-Sucher
sowie LINKS zur Presse für die Ungeduldigen

[ Home | Wissenschaft | Reiseberichte | Kultur | Multimedia | Lokales | Lomografien ]
[ Schlagzeile | Snooker-WM 2008 | Presse-LinksImpressum ]

Redaktion: Schlagzeile Archiv 2005

23.12.05
Ein heißes und teures Jahr
2005 gehöre bereits zu den vier wärmsten Jahren seit Beginn der Wetteraufzeichnungen, sagt der Generalsekretär der UN-Wetterbehörde (WMO) Michel Jarraud. Weltweit lagen die Temperaturen in diesem Jahr ein halbes Grad über dem Durchschnitt. Meteorologen sprechen von einem "außergewöhnlichen" Jahr. Noch nie gab es soviele Hurrikans, und noch nie schmolz das Eis in der Arktis so schnell. Die endgültige Bilanz folgt aber erst im Februar. Für die Versicherer steht bereits fest: 2005 war auch ein teures Jahr. Nach Einschätzung des Schweizer Rückversicherers Swiss Re betrage der finanzielle Schaden umgerechnet knapp 168 Mlliarden Euro. Aussichten für 2006: Das kann ja heiter werden.

30.11.05
Schiffslärm schlägt Walen aufs Gehör
Die Geräusche von Schiffsmotoren, U-Booten oder Bohrungen beeinträchtigen die Orientierung der Wale und Delfine in den Weltmeeren. So lautet das Fazit eines Berichtes, den die amerikanische Naturschutzorganisation "Natural Resources Defense Council" (NRDC) jüngst vorgestellt hat. Wissenschaftliche Untersuchungen von gestrandeten Walen haben ergeben, das die Tiere Sonar-Geräten von U-Booten ausgesetzt waren. Dabei wurden Blutungen in Hirn und Gehörorgan sowie Leber- und Nierenschäden festgestellt. "Solche Symptome sind nie zuvor bei Meeressäugetieren festgestellt worden", sagte der Autor der Studie, Michael Jasny. Die NRDC hat im Oktober die US-Marine vor einem Bundesgericht in Los Angele verklagt; sie will so Grenzwerte für den Einsatz von mittelfrequenten Sonar-Geräten in der Marine erreichen.

Asiatischer Laubholzbockkäfer17.10.05
Asiatische Laubholzbockkäfer fressen sich durch
Experten des Pflanzenschutzdienstes der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen haben im Stadtgebiet von Bornheim (bei Bonn) erstmals in NRW einen Befall mit dem Asiatischen Laubholzbockkäfer beobachtet. Dieser gefährliche Holzschädling steht seit Jahren ganz oben auf der Fahndungsliste der Pflanzenschützer in ganz Europa. In Deutschland wurden die Käfer bisher nur einmal in der Nähe von Passau nachgewiesen. Sie fressen sich in den Stamm und verursachen mit ihren bis zu 3 Zentimeter dicken Bohrgängen das Absterben der Bäume. Der Asiatische Laubbockholzkäfer gilt als gefährlich, da er nicht nur geschwächte, sondern auch gesunde Bäume befällt. Die Experten des Pflanzenschutzdienstes vermuten, dass die Käfer, wie auch zuvor in den USA, Österreich und Bayern, über befallenes Verpackungsholz aus China den Weg nach Nordrhein-Westfalen gefunden haben.

15.09.05
Wirbelstürme werden stärkerWirbelstürme werden stärker
Die Zahl der Hurrikans der höchsten Kategorie vier und fünf hat sich in den vergangenen 35 Jahren fast verdoppelt. So lautet das Ergebnis einer Studie des Georgia Institute of Technology und des National Center for Atmospheric Research (NCAR). Gleichzeitig ging die Zahl der Hurrikans insgesamt aber seit 1990 zurück. Die Autoren der Studie gehen davon aus, dass es einen Zusammenhang zwischen einer allmählichen Erwärmung der Weltmeere und der Intensität von Hurrikans gibt. Die Meerestemperatur hat sich seit 1970 um ein bis zwei Grad erhöht; allerdings gebe es hier keinen "einfachen Zusammenhang", sagen die Wissenschaftler.

25.08.05
Strom aus Urin
Mit 0,2 Milliliter Urin kann diese neue Batterie eine Spannung von etwa 1,5 Volt und eine Leistung von mehr als 1,5 Milliwatt erzeugen. "Da die Batterie klein und billig ist, hat sie ein großes Marktpotenzial", erklärt Ki Bang Lee vom Institut für Bioingenieurwesen und Nanotechnologie in Singapur. Die Batterie besteht aus einer Schicht Filterpapier, das in Kupferchlorid getaucht und zwischen einen Magnesium- und einen Kupferstreifen geklemmt ist. Nach dem Trocknen wird es zwischen zwei Plastikfolien eingeschweißt, um ein Verschieben der Bestandteile zu verhindern. Wird jetzt ein Tropfen Urin auf die Batterie gegeben, wird er vom Papier aufgesaugt. Das Kupferchlorid löst sich darin und reagiert mit dem Magnesium. So fließt Strom. Die urinbetriebene Batterie soll künftig einfachere und schnellere Krankheitsdiagnosen ermöglichen.

05.08.05
Kohlendioxid heizt das Klima doppelt an
Wissenschaftler von der Universität von Kalifornien in Berkeley haben für das Treibhausgas Kohlendioxid einen verhängnisvollen Beschleunigungseffekt entdeckt: Je mehr Kohlendioxid durch den Menschen in die Erdatmosphäre gelangt und je mehr sich die Atmosphäre erwärmt, desto weniger können die Landmassen und die Meere von dem Treibhausgas speichern. Damit steigt der Kohlendioxidgehalt in der Atmosphäre weiter an und der Treibhauseffekt wird verstärkt. Die Klimaforscher schätzen jedoch, dass die Veränderung vergleichsweise langsam vonstatten gehen und sich der Treibhauseffekt dadurch bis zum Ende des Jahrhunderts nur wenig verstärken wird. Dennoch müsse der berechnete Effekt in den Klimamodellen berücksichtigt werden.

30.06.05
Saubere Luft macht wärmeres Klima
Das Weltklima könnte sich schneller und heftiger erwärmen als bisher angenommen. Dies ergeben jüngste Forschungen, die die wissenschaftliche Zeitschrift Nature in ihrer aktuellen Ausgabe veröffentlicht. "Eine Verringerung der Aerosolteilchen in der Luft, einhergehend mit einer Verbesserung der Luftqualität, wird Klimaveränderungen deutlich verstärken", erklären die Forscher. Die Kühlwirkung der Aerosole wird herabgesetzt und gleichzeitig die in der Atmosphäre verbleibende Menge an Kohlendioxid erhöht. Die zukünftige Erwärmung könnte sehr wohl die bisherigen Schätzungen übersteigen.

13.06.05
Leukämie unter Hochspannung
In der Nähe von Hochspannungsleitungen lebende Kinder haben ein erhöhtes Leukämierisiko. So interpretieren britische Forscher ihre Studien an 29.000 krebskranken Kindern. Danach hat, wer bis zu 200 Meter von einer Freileitung entfernt aufwächst, ein um rund 70 Prozent höheres Leukämierisiko als Kinder, die weiter als 600 Meter von der Leitung entfernt lebten. Allerdings könnte das Ergebnis auch auf statistischen Effekten beruhen, erklärte Gerald Draper von der Childhood Cancer Research Group der Oxford University. Forscher rätseln immer noch, welche Ursachen die Leukämie bei Kindern hat: genetische Einflüsse ionisierender Strahlung, Infektionen und elektromagnetische Felder von Hochspannungsleitungen können ein Grund für diese Erkrankung sein.

Krokodile in der Arktis28.05.05
Krokodile in der Arktis
Vor etwa 50 Millionen Jahren war das Nordpolarmeer offenbar ein riesiger Süßwassersee mit zahlreichen Wasserpflanzen und Kleinstlebewesen. Das lassen die Bohrungen eines internationalen Forscherteams in den Sedimentschichten des Meeresbodens vermuten. So berichtet es National Geographic Deutschland in seiner Juni-Ausgabe. Die ältesten Sedimente sind etwa 55 Millionen Jahre alt und mit Fossilien einer mikroskopisch kleinen und Wärme liebenden Alge der Gattung Apectodinium durchsetzt. Ihre Anwesenheit lässt darauf schließen, dass die Arktis damals ihre wärmste Phase seit dem Dinosaurierzeitalter erlebte. Zu dieser Zeit sonnten sich Krokodile unter der Sonne Grönlands.

Sat 1 muss Schmidt.de rausrücken!06.04.05
Sat 1 muss Schmidt.de rausrücken!
Erst den Harald an die ARD verloren und nun auch noch die Domain "schmidt.de" an einen Berliner Webdesigner. Das Landgericht Hannover hat in seinem Urteil festgestellt, dass dem Kläger das Namensrecht an der Domain zustehe, weil er mit Nachnamen Schmidt heiße. Recht so! Der beklagte Fernsehsender sei ferner unbefugt, weil er nicht selbst Träger des Namens sei und vom berechtigten Inhaber des Namens, dem Entertainer Harald Schmidt, "keine wirksame Gestattung" erhalten habe. Nächster Fall "fliege.de"? Laut Denic heißt nämlich dieser aktuelle Inhaber Bayerischer Rundfunk, wohnhaft Rundfunkplatz eins in 80300 München. Jo mei, Herr Fliege?   Domainrecht >>>

10.03.05
Atomanlage Dounreay im schottischen CaithnessPlutonium am schottischen Strand
Hochradioaktiver Müll ist aus der Atomanlage Dounreay im schottischen Caithness ins Meer verklappt und an Land gespült worden. "Es wurden soviele Lügen erzählt, um die Öffentlichkeit über Dounreay zu täuschen, dass ich mich verpflichtet fühle, die Sache richtig zu stellen", sagte der frühere Chef des Werksgesundheitsdienstes Herbie Lyalls der Sunday Times. Lyalls hatte von 1960 bis 1989 in der Anlage gearbeitet und war nach eigenen Angaben im Jahre 1984 in einem Team, das den Zwischenfall am öffentlichen Strand vertuschte. Nach dem Vorfall sei der Strand noch 13 Jahre lang von Urlaubern genutzt worden, bis neue Sicherheitsbedenken aufkamen. Jetzt droht dem Betreiber der Anlage, der UK Atomic Energy Authority (UKAEA), ein Strafverfahren wegen einer ganzen Reihe von Sicherheitsverstößen. In der Vergangenheit seien hunderttausende sandkorngroße Plutonium- und Uranpartikel aus dem Werk in die Umwelt abgegeben worden, hat die UKAEA der Sunday Times bestätigt.

16.02.2005
Riesendiamanten im Weltraum
Astronomen hat das "Diamantenfieber" gepackt. Sie vermuten nämlich, dass es in der Milchstraße Planeten gibt, deren Inneres aus kilometerdicken Diamantschichten besteht. Marc Kuchner von der Princeton-Universität und Sara Seager vom Carnegie-Institut in Washington stellten ihre These auf einer Konferenz über extrasolare Planeten in Aspen vor. So wie die Erde, der Mars oder die Venus hauptsächlich aus Silizium-Sauerstoff-Verbindungen aufgebaut sind, müssten danach auch Planeten existieren, die aus Kohlenstoffverbindungen wie beispielsweise Diamanten bestehen. Gute Kandidaten für solche Kohlenstoffgebilde wären die Planeten, die den Pulsar PSR 1257+12 umkreisen, berichteten die Wissenschaftler mit funkelnden Augen.

20.01.2005
Mondstaub zu Solarzellen
Auch Mondstaub beteht wie Sand auf der Erde überwiegend aus Siliziumdioxid. Die Mondsubstanz daraus sogar zur Hälfte, die andere ist eine Mixtur aus 12 verschiedenen Metalloxiden. Das ist genau der Stoff, aus dem amerikanische Wissenschaftler nun Solarzellen herstellen wollen. Und es soll direkt auf dem Mond geschehen, denn alles hochzubringen sei viel zu teuer, zitiert das Wissenschaftsmagazin "New Scientist" den Planetenforscher David Williams vom National Space Science Data Center der NASA in Greenbelt, Maryland. Einen ersten Schritt dorthin haben die Forscher in einem Labor auf der Erde bereits geschafft. Sie schmolzen ein Granulat, deren chemische Zusammensetzung identisch mit Mondstaub ist, zu einem glatten glasartigen Plättchen. Auf die Plättchen brachten die Wissenschaftler dann die verschiedenen Halbleiterschichten für eine funktionsfähige Solarzelle auf. Und sie funktionieren, jedoch zehren die Mondbedingungen den Wirkungsgrad auf. Ein mickriges Prozent bleibt für den Strom. Aber egal: Auf dem Trabanten ist ja reichlich Platz dafür.

Archiv 2007 >>>
Archiv 2006 >>>
Archiv 2004 >>>
Archiv 2003 >>>

oben    

© 1996-2016

SEO Berlin