Schlagzeilen 2004 | S O S - Great Barrier Riff | Shampoo geht auf die Nerven | Wurzelziehenweltrekord | Freier Journalist - Berlin - Rüdiger Voßberg

Rüdiger Voßberg - Freier Journalist aus Berlin
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Redaktion: Schlagzeile Archiv 2004

20.12.2004
S O S - Great Barrier Riff
Das Great Barrier Riff vor der Küste Queenslands ist wegen der globalen Klimaerwärmung akut bedroht. "Falls keine umfassenden Schutzmaßnahmen ergriffen werden, könnte das Korallenriff in 50 Jahren zerstört sein", erklärte der Wissenschaftler Ray Berkelmans vom Australian Institute of Marine Science in Sydney. Vor allem der Ausstoß von Treibhausgasen müsse noch stärker reduziert werden, sonst würde sich das Meer weiter erwärmen und das Riff ausbleichen. Es ist mit einer Gesamtfläche von fast 350.000 Quadratkilometern der größte Insel- und Korallenkomplex der Welt. Das artenreiche fragile Ökosystem ist von den Vereinten Nationen bereits 1981 zum Weltkulturerbe erklärt worden. Aber das allein wird das Riff nicht retten können.

10.12.2004
Shampoo geht auf die Nerven
Ein Zusatzstoff in Shampoos und Handcremes könnte für Gehirnzellen gefährlich werden. US-Forscher fanden heraus, dass die antibakterielle Verbindung namens Methylisothiazolinon (MIT) auch die Entwicklung und bereits entwickelte Zellen abtötet. Das Team um Elias Aizenman von der University of Pittsburgh untersuchte den Effekt des Mittels auf Gehirnzellen von Ratten. Mit dem Ergebnis, dass MIT die Entwicklung von Axonen und Dendriten stört. Diese ermöglichen den Kontakt zwischen den Zellen und sind notwendig, um Informationen weiterzuleiten. Die Forscher vermuten jetzt, dass bei häufigem Gebrauch der Mittel auch niedrigere Konzentrationen für Menschen schädlich sein könnten. "Obwohl MIT immer breitere Anwendung findet, gibt es bislang keine Untersuchungen zur Neurotoxizität im Menschen, die Auskunft über eine unbedenkliche Exposition geben könnten", erläutert Aizenman. Schwangeren rät der Neurologe davon ab, in einer Fabrik zu arbeiten, in der diese Verbindung zum Einsatz kommt.

24.11.2004
Wurzelziehenweltrekord!
Innerhalb von 11,8 Sekunden hat der Diplom-Mathematiker Gert Mittring die 13. Wurzel aus einer 100-stelligen Zahl gezogen und damit einen neuen Weltrekord im Kopfrechnen aufgestellt. Damit unterbot er den Rekord des bisherigen Titelträgers, des Franzosen Alexis Lemaire, um knapp zwei Sekunden und seine eigene Bestmarke um fast eine halbe Minute. Für den 38-jährigen Mann mit dem Intelligenzquotienten von 145 war es bereits der 25. Weltrekord. Trotz Pisa.

14.11.2004
Like ice in the sunshine
In den vergangenen 30 Jahren hat das Eis im arktischen Ozean um rund 990.000 Quadratkilometer abgenommen, eine Fläche so groß wie Spanien und Frankreich zusammen. Das dokumentiert der aktuelle Bericht Arctic Climate Impact Assessment, an dem etwa 300 Wissenschaftler aus acht Arktis-Anrainerstaaten arbeiteten. "Die Arktis erwärmt sich derzeit weit schneller als der Rest des Globus", erklärt der Vorsitzende des Forschergremiums, Robert Corell. Sollten die Temperaturen über die nächsten Jahrhunderte um drei bis sechs Grad Celsius anziehen, werde der Eissockel in Grönland komplett schmelzen und der Wasserspiegel um fast sieben Meter steigen.

6.11.2004
Der Wald tickt
Dem deutschen Wald geht es schlecht. So schlecht wie noch nie. Die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald berichtet aktuell, dass in Baden-Württemberg etwa 40 Prozent der Waldfläche deutlich geschädigt ist. Dies sei der höchste Anteil seit Beginn der Waldschadenserhebung 1983 in Baden-Württemberg, klagen die Forstwirte. Auch in den anderen Bundesländern sieht es nicht besser aus. Die außergewöhnliche Trockenheit und Dauerhitze des vergangenen Sommers ist verantwortlich für den Vitalitätsverlust der Waldbäume. Geschwächt wurden die Bäume auch durch die von der Dürre begünstigten Massenvermehrungen von Waldschädlingen wie Borkenkäfer oder Schwammspinner. "Das Insektenproblem ist auf Grund der Klimaveränderungen eine tickende Zeitbombe", erklärt der Parlamentarische Staatssekretär im Landwirtschaftsministerium, Matthias Berninger dazu.

28.10.2004
Ziege unter BSE Verdacht
Offenbar ist erstmals eine Ziege positiv auf den BSE-Erreger getestet worden. Die Europäische Kommission hat die Mitgliedstaaten darüber unterrichtet, dass in Frankreich bei einer 2002 als Scrapie-positiv ermittelten Ziege der Verdacht auf das Vorliegen von Boviner Spongiformer Enzephalopathie (BSE) festgestellt wurde. Bei Kleinwiderkäuern war die Seuche bislang nicht aufgetreten. Damit könnte die Rinderseuche BSE weitaus größere Folgen haben, als bislang befürchtet. "Eine Gefährdung der Verbraucher ergibt sich aus diesem konkreten Fall nicht," erklärte dazu der Staatssekretär im Bundesverbraucherschutzministerium, Alexander Müller in Bonn. Das Tier sei, wie die gesamte Herde nach Angaben der Kommission nicht in die Futter und Nahrungsmittelkette gelangt. Dennoch muss der Verdacht sehr ernst genommen werden. Die Europäische Kommission hat entsprechende Untersuchungen eingeleitet.

24.9.2004
Hunde schnüffeln Blasenkrebs
So wie Drogenhunde zwischen Gepäckstücken nach Heroin und anderen BTM für den Zoll schnüffeln, könnten die Tiere bald auch an Reagenzgläsern für den Urologen nach Blasenkrebs fahnden. "Hunde können lernen, Blasenkrebs in Urinproben zu erschnüffeln", schreiben britische Mediziner im British Medical Journal. Carolyn Willis vom Amersham Hospital in Buckinghamshire und ihre Kollegen sammelten den Urin von 36 Patienten mit Blasenkrebs und 108 Freiwilligen, die gesund waren oder an anderen Krankheiten außer Krebs litten. Anhand der Proben von 27 Krebspatienten und 54 anderen Probanden trainierten die Forscher sieben Hunde (vier Cocker- Spaniel, ein Labrador, ein Mongrel und ein Papillonhündchen), den Urin der Blasenkrebspatienten zu erkennen. Und die Hundespürnasen hatten in 41 Prozent der Fälle den richtigen Riecher!

4.9.2004
Der Osten macht die Wessies krank!
Westdeutsche, die in den neuen Bundesländern leben, erkranken oft an Depressionen. Das ist das Ergebnis einer psychologischen Studie der Universität Leipzig über innerdeutsche Migration. Ostdeutsche, die jetzt im Westen der Republik leben, haben demnach deutlich weniger Probleme. "Die Ergebnisse zeigen, dass sich innerdeutsche Migranten grundsätzlich belasteter einschätzen als Nicht-Migranten", erklärt der Psychologie-Professor der Universität Leipzig Elmar Brähler. Insgesamt befragten die Wissenschaftler 2.066 Personen im Alter von 14 bis 93 Jahren. "Bei Studien zur Befindlichkeit der Deutschen sollte zukünftig berücksichtigt werden, wo in Deutschland die Befragten wohnen und vor allem, wo sie aufgewachsen sind", empfiehlt der Wissenschaftler. Okay, let's go west!

24.8.2004
Kohlendioxid in Abschiebehaft
Die Atmosphäre ist voll! Zu viel Kohlendioxid ist schlecht für das globale Klima und erhitzt nicht nur die Gemüter. Das Gas muss weg. Nun wollen Forscher in Polen in den kommenden Monaten mehr als 40 Tonnen Kohlendioxid in den Untergrund pressen: etwa 1200 Meter tief, bis zu einer Steinkohleschicht, in deren feinen Poren sich das Gas festsetzen soll. In diese so genannte Sequestrierung investiert die US-Regierung jährlich knapp 50 Millionen Dollar. Die EU-Kommission hat mehr als 30 Millionen Euro für fünf neue Projekte freigegeben. Der Oldenburger Professor Jürgen Metzger hält das für Geldverschwendung. Seine Alternative: Wiederaufforsten im großen Stil. "Diese Methode ist weitaus billiger und hilft außerdem der Entwaldung und Wüstenbildung entgegenzusteuern", argumentiert der Chemiker. Darum pflanzet einen Apfelbaum!

30.7.2004
Napoleons Abgang
Weder Magenkrebs noch eine Arsen-Attacke rafften den kleinen Korsen von der Inselwelt. Alles reiner Geschichtsmythos! Der US-Pathologe Steve Karch glaubt, jetzt die wahre Todesursache gefunden zu haben: "Napoleon ist an Kaliummangel gestorben, der zu einer Unterversorgung des Gehirns mit Blut geführt hat", argumentiert der Wissenschaftler vom San Francisco Medical Examiner's Department im Wissenschaftsmagazin "New Scientist". Für den Salzmangel macht Karch die häufigen Einläufe und Abführmittel verantwortlich. Eine Überdosis Abführmittel habe Bonaparte schließlich umgebracht: 600 Milligramm der Quecksilberchlorid-Verbindung Kalomel. Dumm gelaufen.

12.7.2004
Spinat füttert Laptop
Popeyes Wunderding: Auch Laptops könnten in Zukunft mit Spinat betrieben werden. Denn Amerikanische Forschern haben eine Solarzelle entwickelt, die mithilfe von Proteinen aus Spinatpflanzen elektrische Energie aus Licht gewinnt. Die ersten Prototypen wandelten etwa zwölf Prozent der Energie des absorbierten Lichts in Strom um und funktionierten bis zu drei Wochen lang. Das berichtet der Online-Dienst der Fachzeitschrift "Nature". Das Entwicklerteam um Marc Baldo vom Massachusetts Institute of Technology (MIT) ist zuversichtlich, die Lebensdauer und die Effizienz der grünen Solarzellen noch verbessern zu können.

10.6.2004
Briten werden wahnsinnig
Mehrere tausend Menschen in Großbritannien könnten einer Studie zufolge Träger der menschlichen Form des Rinderwahnsinns BSE sein. Bei der Untersuchung von insgesamt 12.674 Blinddarm- und Mandelproben hätten drei davon Anzeichen der neuen Variante der Creutzfeld-Jakob-Krankheit (vCJK) aufgewiesen, belegt eine vom "Journal of Pathology" veröffentlichte Studie. Hochgerechnet auf die rund 60 Millionen Bewohner der Insel könnten etwa 4.000 Menschen vCJK-positiv sein. Die Erkenntnisse müssten zwar mit Vorsicht interpretiert werden, erklärte der Leiter der Untersuchung, David Hilton vom Derriford-Krankenhaus im südenglischen Plymouth, könnten aber eben nicht ausgeschlossen werden. Die ersten Fälle des neuen Typs von Creutzfeldt-Jakob waren 1996 in Großbritannien aufgetreten. Bisher starben in Großbritannien 141 Menschen an der Krankheit. Die Krankheitserreger zeigen ähnliche Symptome wie BSE, zerfressen das Gehirn, das sich dann schwammartig auflöst. Wissenschaftler vermuten, dass sich die Betroffenen durch den Verzehr von BSE-verseuchtem Rindfleisch mit der Krankheit infizierten.

18.5.2004
Chinesen bekommen feuchte Füße
Auch Chinas Gletscher schmelzen. Und zwar dramatisch. Zwei Drittel von ihnen könnten bis Mitte dieses Jahrhunderts wegen zunehmender Erderwärmung abschmelzen und so das Leben von 300 Millionen Menschen gefährden. Das berichtet der Leiter des Instituts für die Erforschung der Tibetanischen Hochebene an der Chinesischen Akademie der Wissenschaften, Yao Tandong. Die im regenarmen Westen des Landes lebenden Menschen seien auf die Gletscher angewiesen, da sie im Winter den Schnee speicherten und ihn in den heißen, trockenen Sommern als Trinkwasser abgäben. Die Ausbreitung der Wüste, die schon jetzt ein Hauptumweltproblem in China darstellt, könnte sich dadurch noch verschlimmern, konstatiert der Wissenschaftler.

14.4.2004
Grönland wird wieder grün
Aber erst in rund 1000 Jahren. Solange wird es dauern, bis die dicken Eispanzer in die Weltmeere geschmolzen sind. Der Wissenschaftler Jonathan Gregory von der University of Reading hat mit Kollegen des Alfred Wegener Instituts in Bremerhaven und der Freien Universität in Brüssel herausgefunden, dass ein globaler Temperaturanstieg von knapp drei Grad ausreicht, um die gigantische Insel im Nordatlantik vollständig ergrünen zu lassen. "Der Grönland-Eisschild wird sich nicht erneut bilden, auch wenn sich das globale Klima wieder auf vorindustrielle Bedingungen einpendelt", warnt Gregory. Schneefall, Sonnenlichtreflektion und natürliche Abschmelzraten ließen eine Neubildung der Gletscher nicht zu. Dann macht die Insel ihrem Namen alle Ehre.

13.3.2004
Ökologischer Selbstmord in China
Städte ohne Wasser. Fäkalien in den Flüssen. Gift in der Atemluft. Eindeutige Zeichen, dass Chinas Wirtschaftsleben gedeiht. Und wie! Mediziner registrieren eine beängstigende Zunahme zahlreicher Lungenerkrankungen; ebenso werden immer häufiger Tumore aufgrund verunreinigter Abwässer diagnostiziert. Chinas Reichtum hat seinen Preis, den auch der Rest der Welt bezahlen wird: So fegen jedes Frühjahr Stürme über chinesisches Ackerland und wirbeln Staubwolken auf, die ihre Fracht sogar bis an die Ostküste der USA tragen. Und sollte der chinesische Volkswagen demnächst auch amerikanisches Niveau erlangen, stauen sich rund um die chinesische Mauer 600 Millionen Autos: mehr Blech als in der gesamten restlichen Welt.  China >>>

11.2.2004
FBI steht auf MAC
Hey, Sie! Ja, Sie. Ist Ihre Windose auch schon von einem Virus infiziert worden? Jaaa!? Hey Mann, nicht der Vogelvirus. Der vernascht nur Pinguine. Bislang! Psssst, sonst hab' ich vielleicht 'n Tipp für Sie: Nur drei Buchstaben brauchen Ihre sensiblen Daten; sprich "EM, AH, ZE". Denn wir vom "Eff-Bi-Ei" – übrigens auch nur drei Buchstaben – stehen auf MAC! Aber, pssst, that's most geheim: Der Apple kommt nur wirklich geil, wenn er mit OS X aufgeputscht ist. Und X steht für xtasy. Der nächste Absturz folgt bestimmt :)  FBI >>>

17.1.2004
Pizza gegen Krebs
Wer mindestens einmal pro Woche Pizza isst, mindert sein Risiko, an bestimmten Krebsformen zu erkranken. Das behaupten italienische Forscher in einer Studie des pharmakologischen Instituts in Mailand. Bei einer Untersuchung von 8.000 Italienern ermittelten die Wissenschaftler, dass Pizza-Esser ein um bis zu 59 Prozent verringertes Risiko tragen, an Speiseröhrenkrebs zu erkranken. "Wir wussten zwar, dass Tomatensoße als guter Schutz gegen bestimmte Tumore betrachtet werden kann", sagte der Initiator der Studie, Silvano Gallus. "Wir dachten aber nicht, dass Pizza als komplettes Gericht zu einem solch wirkungsvollen Schutz führen könnte." Demnächst beim Italiener um die Ecke auf der Speisekarte: "Pizza Antikarzinomo"

7.1.2004
Neue Heimat in der Milchstraße
Australische Astronomen vermuten eine hohe Anzahl erdähnlicher Welten in der Milchstraße: Bis zu zehn Prozent der Sterne bieten möglicherweise Bedingungen für Leben, haben die australischen Wissenschaftler um Charles Lineweaver von der Sydneyer Universität herausgefunden. "Das bewohnbare Gebiet erstreckt sich ringförmig um das Zentrum unserer Galaxie", erklärt Lineweaver. Theoretisch. Die Forscher berücksichtigen bei ihrer Modellrechnung vier entscheidende Bedingungen: Die Existenz eines Muttersterns, genügend schwere Elemente für das Entstehen erdähnlicher Planeten, ausreichend Zeit für eine biologische Evolution und eine Umgebung, die weit von katastrophalen Supernova-Explosionen entfernt ist, damit Leben nicht zerstört wird. Die Jagd nach Außerirdischen hat bereits begonnen.   Seti >>>

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