Lachender Hans oder Kookaburra | Freier Journalist - Berlin - Rüdiger Voßberg

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Redaktion: Reiseberichte

Ein schräger Vogel mit Humor
Kookaburra oder Laughing Jack

Seit Jahrtausenden wird das Ende der Nacht in Australien durch den Ruf eines Vogels verkündet. Sein eigentümliches Gelächter schallt durch den Busch und klingt dabei so verblüffend wie ein menschlicher Heiterkeitsausbruch. Es ist der Kookaburra oder Laughing Jack (Lachender Hans) aus der Familie der Eisvögel. Nach einer Überlieferung der Aborigines - die Ureinwohner Australiens - ist der Ruf dieses Vogels in der Morgendämmerung ein Zeichen für "die Himmelsmenschen", das Licht zu entfachen, und ein Signal für alle Lebewesen des Busches zur Gunst eines neuen Tages zu erwachen.

Es ist ein klobig wirkender, scheuer Artgenosse mit einem gedrungenen Körperbau. Der Vogel besitzt relativ winzige, aber scharfen Klauen. Seine braunen Augen sind von dunklen Streifen umgeben, die die Wirkung des blendenden Sonnenlichtes mildern. Bei der Jagd verlässt sich der Vogel auf seinen robusten Schnabel und seinen außerordentlich starken Nacken. Er schlägt seine Beute auf den Boden, Steine oder einen Ast, um sie in mundgerechte Stücke zu zerteilen. Die Kookaburras leben in Familienverbänden, in denen jede neue Generation aufgezogen wird.

Lachender Hans oder Kookaburra | Freier Journalist - Berlin - Rüdiger VoßbergHaben sich diese Eisvögel erst einmal für einen Partner entschieden, verbringen sie mit ihm den Rest ihres Lebens. Diese Zweisamkeit kann bis zu zwanzig Jahre dauern. Während des Werberituals füttert das Männchen sein auserwähltes Weibchen, dann folgt die Zeremonie der Nestpräsentation. Diese Phase dauert etwa fünf Wochen. Während das Weibchen das Männchen beobachtet, gräbt dieses mit seinem kräftigen Schnabel eine Nisthöhle. Diese Eisvögel nisten an unterschiedlichsten Plätzen, doch bevorzugen sie Höhlen in abgestorbenen Bäumen von ausreichender Größe. Und sie graben ihre Nester sogar in verlassene Termitenhügel.

Im späten Frühling legt das Weibchen ihre Eier in die Höhle. Dort werden sie während der nächsten vier Wochen von beiden Elternteilen sowie anderen Gruppenmitgliedern abwechselnd ausgebrütet. Die Neugeborenen sind völlig nackt und blind, doch sie können schon den sanften Ruf der Erwachsenen wahrnehmen. Dieser regt das Küken an, den Kopf zu heben, um gefüttert zu werden. Der Flusskrebs gehört zu den größten Lebewesen, mit denen die Küken gefüttert werden. Kleine Fische, Mäuse, Skinks, Insekten, Echsen stehen auf ihrer reichhaltigen Menüliste.

Nach einigen Tagen bekommen die Kleinen ihre ersten Federn. Da sie in einer warmen Höhle aufwachsen, benötigen sie kein Daunenkleid, sondern bekommen direkt das Federkleid eines erwachsenen Vogels. Im Alter von zwei Wochen haben sich ihre Augen immer noch nicht ganz geöffnet. Mit fünf Wochen sehen sie fast wie die Alten aus. Sie haben nur einen kleineren Schnabel und sehr kurze Schwanzfeder. Das erste Federkleid tragen sie ein Jahr. Haben die Jungvögel erst einmal das Nest verlassen, kehren sie nie wieder dorthin zurück. Stattdessen nehmen die Eltern sie mit in ein Gebiet ihres Reviers, in dem sie durch dichtes Buschwerk vor Feinden geschützt sind. Bei einer Bedrohung durch andere Raubvögel erstarren sie instinktiv in einer Haltung, in der sie von oben nicht so schnell zu entdecken sind.

Eine echte Bedrohung für den Laughing Jack bildet der Waran, denn er zerstört die Nester und raubt die Eier. Bei einer Attacke des Reptils auf das versteckte Gelege stürzen sich die Vögel im Verband auf den Angreifer und verteidigen halsbrecherisch ihren Nachwuchs. Trotzdem überleben wahrscheinlich nur fünfzig Prozent der Jungvögel, werden geschickte Jäger wie ihre Eltern und verfallen allmorgendlich in ein Triumphgelächter.

Kookaburras

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Links:
(update 10.02.2004)

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