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Redaktion: Multimedia

TV und Kintop mit Laserstrahlen
Laser TV: Brilliante Bilder im Großformat.

Kinoträume aus Zelluloid sind passè; jetzt läuft kein Film mehr ab: Elektronische Datenträger wie CD oder DVD haben den Vorführraum erobert und liefern nun den Stoff aus dem die Kinoträume sind. Und an die Wand wirft diese bewegten Illusionen ein Laserprojektor: Nie mehr scharf stellen, kein lästiges Wechseln der Filmrollen mehr. Ein Albtraum für jeden Filmvorführer. Alltag für Gerhard Hofmann, Assistent des Vorstandes und Entwickler bei Schneider Laser Technologies AG in Gera*. Laser Display Technik lautet der schlichte Begriff für ein kompliziertes Verfahren. "Wir werden die Bildröhre zwar nicht ersetzen", sagt Hofmann, "bieten aber völlig neue Perspektiven in der Projektionstechnik".

*Die Schneider Laser Technologies AG hatte am 28. Januar 2002 - ebenso wie ihre Muttergesellschaft Schneider Technologies AG - Insolvenzantrag wegen Zahlungsunfähigkeit gestellt. (siehe aktuelle Links)

Der Bildaufbau mit dem Laserstrahl funktioniert nur im Prinzip wie bei einem Fernsehgerät: In der Bildröhre wird ein Elektronenstrahl im Vakuum von links nach rechts sowie von oben nach unten abgelenkt und trifft dabei auf eine Phosphorschicht. Diese wird zum Leuchten angeregt und erzeugt dadurch jene Lichtflecken, die das menschliche Gehirn zu einem Bild zusammenbaut. Die Laser Display Technik verwendet statt eines Elektronenstrahls einen Laserstrahl. Dieser setzt sich aus drei verschiedenen Laserstrahlen in den Farben rot, grün und blau zusammen. Nun werden aber nicht immer die gleichen Anteilen Rot, Grün und Blau für die Darstellung benötigt. Also wird je nach Bildpunkt, der gerade auf der Projektionsfläche erscheinen soll, die erforderliche Farbe und Helligkeit elektronisch eingestellt. Und der Projektionsstrahl erhält so immer alle notwendigen Bildinformationen und wird dann per Glasfaserkabel zum Projektionskopf geleitet.

Von dort wird er mittels ausgeklügelter Spiegeltechnik auf einer Projektionsfläche von links nach rechts und von oben nach unten geführt: allerdings ohne Vakuum, ohne Phosphor und Elektrosmog. "Im Prinzip funktioniert das auf jeder weißen Fläche", erklärt Hofmann. Und das in einem Format, welches man mit Fernsehgeräten nie erreicht: In einem Abstand von vier bis 40 Meter lässt sich ein Bilddiagonale von sechs Meter projizieren. Mit bis zu 90 Kilometern pro Sekunde saust der kleine Laserpunkt über die Projektionsfläche und "schreibt" dabei das Bild, das vom Untergrund reflektiert wird. Darum benötigt die Laser Display Technik auch keine optische Vergrößerung, weil das Bild im Original schon so groß erscheint.

Die Bildgröße ist zum einen davon abhängig wie weit der Laserstrahl von links nach rechts laufen soll und zum anderen wie weit die Projektionsfläche vom Projektionskopf entfernt ist. Der Laserpunkt ist in vier Meter Abstand genau so groß ist wie in 400 Meter. Vergleicht man den Laserpunkt mit einer Pinselspitze, mit der ein Maler einen Farbklecks auf seine Leinwand setzt, bedeutet das für den Maler: kleines Bild wenig Kleckse und großes Bild mehr Kleckse für ein Meisterwerk. Aber der Klecks ist immer gleichgroß. Es spielt auch keine Rolle, ob der Strahl auf eine gewölbte oder plane Fläche trifft: Das Bild bleibt scharf. Zudem kann der Laserprojektor einen größeren Farbbereich als herkömmliche Beamer oder Bildröhren darstellen und liefert ein kontrastreicheres Bild.

An den Laserprojektor können beliebige Video- oder Datenquellen angeschlossen werden. Deren Bildauflösung limitiert aber die Qualität der Laserdarstellung. Erste Geräte für den professionellen Einsatz werden bereits in Serie produziert. Mit sechsstelligen Summen muss der interessierte Profi schon kalkulieren, wenn er seinen Fahr- oder Flugsimulator damit ausrüsten möchte. Wann die Laserkanone für das Heimkino erschwinglich wird, wagt Hofmann nicht zu prophezeien.

Erschienen u.a. am 30.08.2001 im Kölner Stadtanzeiger

Links:
(update 27.10.2006)

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